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Außenminister Szijjártó: "Ungarn braucht keine weiteren Nato-Truppen auf seinem Territorium"

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Von Helena Humphrey
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Ungarischer Außenminister Péter Szijjártó im Interview mit Euronews-Journalistin Helena Humphrey
Ungarischer Außenminister Péter Szijjártó im Interview mit Euronews-Journalistin Helena Humphrey   -   Copyright  Euronews

Den massiven Aufmarsch russischer Soldaten an der Grenze zur Ukraine beobachten die osteuropäischen Staaten mit großer Sorge.

Die Erinnerung an die Zeit des Kalten Krieges sei in Mitteleuropa durchaus präsent. Niemand wolle, dass diese Zeiten zurückkehrten betont der ungarische Außenminister Péter Szijjártó im Interview mit Euronews. Ebenso wie Ungarns Regierungschef Viktor Orban bei seinem jüngsten Besuch in Moskau, betont er die Notwendigkeit einer Deeskalation auf dem diplomatischen Weg.

"Für uns eher kleine mitteleuropäische Länder kann es extrem gefährlich werden, wenn es zu gewaltsamen Aktionen kommt. Lassen Sie uns also unbedingt den schlimmsten Fall vermeiden."
Péter Szijjártó
Ungarns Außenminister

Péter Szijjártó, ungarischer Außenminister:"Wir müssen unser Bestes tun, um ein Worst-Case-Szenario zu vermeiden. Wir müssen in die Diplomatie investieren. Wir müssen in den Dialog investieren. Deshalb fordern wir die Russische Föderation und unsere westlichen Verbündeten, die großen und die starken Länder auf, die Hoffnung auf eine friedliche Lösung nicht aufzugeben.

Für uns eher kleine mitteleuropäische Länder kann es extrem gefährlich werden, wenn es zu gewaltsamen Aktionen kommt. Lassen Sie uns also unbedingt den schlimmsten Fall vermeiden."

Viele osteuropäische und baltische Staaten haben in jüngster Zeit die Stationierung zusätzlicher NATO-Truppen auf ihrem Gebiet erlebt - wie Polen, Rumänien oder Estland. Péter Szijjártó weist diese Möglichkeit für sein Land entschieden zurück

Péter Szijjártó: "Nein, wir haben dem nicht zugestimmt und werden dem auch nicht zustimmen, denn wir haben bereits NATO-Truppen auf unserem Territorium, nämlich die ungarische Armee und die ungarischen Streitkräfte, die in der richtigen Verfassung sind, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Wir brauchen also keine zusätzlichen Truppen auf ungarischem Staatsgebiet. "

"Wir haben bereits NATO-Truppen auf unserem Territorium, nämlich die ungarische Armee und die ungarischen Streitkräfte, die in der richtigen Verfassung sind, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten.
Péter Szijjártó
Ungarns Außenminister

Helena Humphrey, Euronews: "Aber was ist mit den Sanktionen - das ist meine Frage - ja oder nein?"

Péter Szijjártó: "Sanktionen können oder sollten nur dann verhängt werden, wenn etwas passiert. Das ist Regel Nummer eins. Zweitens, was Sanktionen betrifft, ist offensichtlich, dass diese nicht funktionieren.

Wir wollen die europäische Einigkeit nicht brechen. Wir haben nie ein Veto eingelegt. Wir haben uns dieser Entscheidung immer angeschlossen. Wir haben nie ein Veto gegen die Entscheidung eingelegt.

"Aber wenn man sich die Sanktionen selbst ansieht, sind sie ein Fehlschlag. Sie funktionieren nicht. Sie sind erfolglos.
Péter Szijjártó
Ungarns Außenminister

Aber wenn man sich die Sanktionen selbst ansieht, sind sie ein Fehlschlag. Sie funktionieren nicht. Sie sind erfolglos. Denn wenn man sich das Handelsvolumen der großen westeuropäischen Ländern mit der Russischen Föderation, anschaut, darunter übrigens auch Frankreich, dann sieht man, wie sehr der Handel zwischen Frankreich und der Russischen Föderation, der Handel zwischen Deutschland und der Russischen Föderation zugenommen hat, seit die Sanktionen in Kraft sind.

Daher bin ich der Meinung, dass wir, wenn wir über weitere Sanktionen sprechen, unbedingt auch eine ehrliche Analyse der Auswirkungen der bestehenden Sanktionen vornehmen müssen."