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WHO: "Akute Phase" der Pandemie bis Ende 2022 vorbei wenn 70% der Menschen geimpft sind

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Von Euronews  mit AFP/DPA
WHO: "Akute Phase" der Pandemie bis Ende 2022 vorbei wenn 70% der Menschen geimpft sind
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Der Generaldirektor der WHO hat am Freitag erklärt, dass die "akute Phase" der Covid-19-Pandemie noch in diesem Jahr zu Ende gehen könne, sollte das Ziel, 70% der Weltbevölkerung zu impfen, erreicht werden.

"Wir rechnen mit einem Ende der akuten Phase der Pandemie in diesem Jahr, natürlich unter der Voraussetzung, dass 70% der Weltbevölkerung bis Mitte des Jahres, etwa im Juni oder Juli, geimpft sind", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz bei einem Besuch in einer Impfstofffabrik in Südafrika.

Wenn die Welt jetzt solidarisch sei, könne die Pandemie in diesem Jahr unter Kontrolle gebracht werden. Die WHO hat das Ziel, dass bis zur Jahresmitte 70 Prozent der Weltbevölkerung geimpft sind. Aktuell sind es den Angaben zufolge etwa die Hälfte.

Problematisch bleibt die Ungleichheit bei der Verfügbarkeit von Impfstoffen. UN-Generalsekretär António Guterres sprach von ungleichen Chancen reicher und armer Staaten bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. "Die Ungleichheit bei der Verfügbarkeit von Impfstoffen ist das größte moralische Versagen unserer Zeit. Die Menschen und die Staaten zahlen den Preis", so Guterres am Mittwoch zum Start einer WHO-Kampagne zur Unterstützung ärmerer Staaten.

In Afrika nur 8 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Die Weltgesundheitsorganisation möchte insbesondere von den reichen Staaten 16 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro) einnehmen, um in den nächsten Monaten Impfstoffe, Tests und Medikamente zielgerichtet zur Verfügung zu stellen. In Afrika seien im Gegensatz zu Europa und anderen reichen Regionen nur acht Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, sagte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa.

Mit dem Geld für den sogenannten ACT-Accelerator könne ein Pool mit 600 Millionen Impfdosen geschaffen, 700 Millionen Tests gekauft sowie die Behandlung von 120 Millionen Patienten ermöglicht werden, hieß es seitens der WHO. Angesichts der weltwirtschaftlichen Folgen der Pandemie seien die 16 Milliarden Dollar ein sehr überschaubarer Betrag, so der WHO-Botschafter für globale Gesundheitsfinanzierung, Gordon Brown.

Die Bundesrepublik - mit 2,2 Milliarden Euro bisher einer der größten und verlässlichsten Geldgeber der Kampagne - kündigte weitere Unterstützung an. "Wir planen, unseren fairen Anteil auch 2022 beizusteuern", sagte Staatssekretär Niels Annen vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Um für künftige Corona-Wellen besser gewappnet zu sein, investiere Deutschland bereits 500 Millionen Euro in die Herstellung von Vakzinen in Afrika - vor allem in Ghana, Ruanda, Senegal und Südafrika, sagte Annen. Dort wolle auch der Impfstoffhersteller Biontech entsprechende Standorte gründen.