AKW Saporischschja: Beschuss des Atomkraftwerks dauert an

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Von Carmen Menéndez
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Die Lage rund um das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja bleibt unübersichtlich. Internationale Experten bangen weiter, dass das AKW durch weiteren Beschuss schwer beschädigt werden könnte - aber wichtige Sicherheitselemente wie die Stromversorgung des Kraftwerks funktionierten noch.

Russland: Ukrainischer Angriff auf AKW abgewehrt

"Trotz der Anwesenheit von Vertretern der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) im Kernkraftwerk Saporischschja hat das Kiewer Regime erneut versucht, die Anlage zu besetzen", so der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums am Samstag. An der Aktion seien 250 ukrainische Soldaten und «ausländische Söldner» beteiligt gewesen, knapp 50 Bewaffnete seien getötet worden. 

Ukraine: Russland hat Artillerie vor Eintreffen der IAEO abgezogen

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben unweit des Atomkraftwerks russische Artilleriepositionen beschossen. Russland habe vor dem Eintreffen der IAEA diese Artillerie vom AKW-Gelände in benachbarte Orte verlegt. 

Russische als auch ukrainische Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. 

Ukrainisches Atomkraftwerk geht inmitten von Kämpfen teilweise vom Netz

Der Leiter der UN-Atomaufsichtsbehörde sagte am Samstag, dass das russisch kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja Ukraine von seiner letzten externen Stromleitung getrennt wurde, aber immer noch in der Lage war, Strom über eine Reserveleitung zu liefern, und das bei anhaltendem Beschuss in dem Gebiet.

Die am Donnerstag in Saporischschja eingetroffenen Experten der Internationalen Atomenergie-Organisation wurden von hochrangigen ukrainischen Mitarbeitern darüber informiert, dass die vierte und letzte Betriebsleitung ausgefallen war. Über die Reserveleitung, die die Anlage mit einem nahegelegenen Wärmekraftwerk verbindet, wird der Strom in das externe Netz eingespeist, heißt es in der Erklärung. Dieselbe Reserveleitung kann das Kraftwerk im Bedarfsfall auch mit Notstrom versorgen. 

Darüber hinaus teilte die Leitung des Kraftwerks der IAEO mit, dass ein Reaktor am Samstagnachmittag aufgrund von Netzeinschränkungen abgeschaltet wurde. Ein anderer Reaktor sei noch in Betrieb und produziere Strom sowohl für die Kühlung und andere wichtige Sicherheitsfunktionen am Standort als auch für Haushalte und Fabriken.

Die Anlage in Saporischschja, Europas größtes Kernkraftwerk, wird seit Anfang März von den russischen Streitkräften gehalten, aber von ukrainischem Personal betrieben.

Vermittlungsangebot von Erdogan

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Amtskollege Wladimir Putin die Vermittlung der Türkei bei der Lösung der Krise um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja angeboten. Im Juli war bereits ein Abkommen zur Ausfuhr von Getreide unter türkischer Vermittlung zustande gekommen..