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"Kein Hobby-Silvester-Böller": Neue Untersuchungen zu Nord Stream-Explosionen

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Von Euronews  mit dpa
Unterwasseraufnahmen an Nord Stream 1
Unterwasseraufnahmen an Nord Stream 1   -   Copyright  "Expressen"   -  

Die Explosionen an den Gasleitungen Nord Stream 1 und 2 haben riesige Löcher in die Pipeline gerissen. Das erklären dänische Behörden. Auch schwedischen Quellen zufolge zeigen Unterwasser-Aufnahmen, dass ein mindestens 50 Meter langer Abschnitt einer Gasleitung fehle.

An einigen Stellen der Leitung sei das Metall stark verformt, an anderen gebe es scharfe Kanten und Risse, schrieb der "Expressen" am Dienstag. Die Aufnahmen zeigen auch lange Furchen im Meeresboden. "Nur extreme Kraft kann so dickes Metall auf diese Weise verbiegen", sagte Trond Larsen von der Firma Blueeye Robotics, der die Unterwasser-Kamera für die Zeitung gelenkt hat.

Experten gehen von großen Explosionen aus

Der Militäranalytiker Jens Wenzel Kristoffersen kommenterte die Aufnahmen mit den Worten: "Wenn es die Leitung ist, die am Meeresboden gelegen hat, dann sieht es aus, als sei sie von der Sprengung angehoben worden. Das ist nichts, was man mit einem Hobby-Silvester-Böller macht."

Das müsse eine gewaltige Explosion gewesen sein, sonst könne man es nicht so stark verbiegen, wie es dort unten geschehen sei, so der Experte.

Der Kreml kritisierte den Westen, Russland von der Untersuchung auszuschließen. Pressesprecher Dmitri Peskow sagte, dass man nur sein Bedauern darüber zum Ausdruck bringen können, dass der gesamte Ermittlungsprozess hinter verschlossenen Türen stattfinde, ohne die Erlaubnis, daran teilzunehmen.

Kreml kritisiert Intransparenz

"Es gibt keine Interaktion mit der russischen Seite, die Miteigentümer ist. Wir haben nicht die Möglichkeit, an Ort und Stelle zu arbeiten, um unsere eigenen Ermittlungen durchzuführen. Und was am Wichtigsten ist, nach den Aussagen, die wir aus Deutschland, Frankreich und Dänemark hören, ist diese Untersuchung von vornherein darauf ausgerichtet, Russland die Verantwortung zuzuschieben."

In Dänemark bestätigte die Polizei, dass die Schäden an den Nord-Stream-Leitungen in dessen Wirtschaftszone laut ihren Untersuchungen durch "kräftige Explosionen" entstanden seien. Russland hat - ohne Zugang zu den Pipelines - eigene Ermittlungen eingeleitet.

Ende September waren nach Explosionen in der Nähe der Ostsee-Insel Bornholm vier Lecks in den Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 entdeckt worden. Beide Pipelines waren zu diesem Zeitpunkt nicht in Betrieb, enthielten aber Gas, das tagelang ausströmte. Die EU und die Nato gehen von Sabotage aus.