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Flammendes Wasser - neue Brenner für Europa

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Flammendes Wasser - neue Brenner für Europa

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Wissenschaftler einer europäischen Forschungsgruppe haben einen Brenner entwickelt, der aus Wasser Feuer entzünden kann – nur scheinbar ein Widerspruch. Die Wunderfackel, auch Safeflame genannt, braucht keine Gasflasche. Ihren Brennstoff erzeugt sie ganz von allein.

“Das ist ein sogenannter Elektrolyseur, dem Elektrizität und Wasser zugeführt werden. Das Wasser wird in Wasser- und in Sauerstoff zerlegt. Die Gase werden in eine Fackel eingeleitet, der Wasserstoff entzündet sich und wir können loslöten”, sagt Ingenieur Andrew Ellis aus Sheffiled. An der Spitze des Brennkolbens entzündet sich ein Feuer, das etwas kühler brennt als etwa das gewöhnlich verfeuerte Propangas.

“Sie können sehen, dass die Flamme sehr viel sanfter brennt als eine Sauerstoff-Acetylen-Flamme eines Schweißbrenners”, erklärt Ingenieur Rory Olney. Der so genannte hot spot liegt hier außerhalb des Brennkopfs. Deswegen ist das Licht der Flamme auch weniger blendend, so Olney weiter. Ein weiterer Vorteil: Herkömmliches Popangas muss gelagert werden – und das ist gefährlich. Vielerorts ist ihr Einsatz deswegen verboten. Außerdem sind Propangasflammen so heiß, dass Schweißer spezielle Schutzmaßnahmen ergreifen müssen um das bearbeitete Werkstück zu schonen. “Wir haben es normalerweise mit hohen Temperaturen zu tun, und müssen aufpassen, dass uns das Metall nicht unter den Händen wegschmilzt”, weiß Steven Baines, der Koordinator des Safeflame-Projekts. Die Flamme, die sich aus Wasserstoff speist hingegen, brennt sehr viel sanfter. Zurück bleibt lediglich ein Abfallprodukt, nämlich pures Wasser, das dann erneut die Flamme des Brenners speist.

In Zukunft werden wohl auch kleine und mittlere Unternehmen in Europa von den Wasserstofflammen profitieren können. Die Vermarktung der Technologie soll schon bald auf den Weg gebracht werden. Bis zur Serienreife bleibt der in Sheffield eingesetzte Elektrolyseur aber dennoch ein Prototyp. Und doch: “Einer der großen Vorteile ist, dass die Tülle, der Brennkopf, kalt bleibt. Denn die Flamme entzündet sich und brennt außerhalb des Kopfs. Mann kann die Tülle also anfassen. Die gesamte Fackel, wenn Sie so wollen, bleibt den Einsatz über kühl”, preist Rory Olney die Stärken des Brenners. Feuer aus Wasser – eine Innovation an der sich die Ingenieure aus Scheffield sicher nicht die Finger verbrennen werden.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.safeflameproject.eu