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Russland leidet - wie lange noch?

Der dramatische Abfluss russischer Vermögen beherrscht in Davos die Köpfe vieler Delegierter. Beispiel Carlos Ghosn, Vorstandschef von

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Russland leidet - wie lange noch?

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Der dramatische Abfluss russischer Vermögen beherrscht in Davos die Köpfe vieler Delegierter. Beispiel Carlos Ghosn, Vorstandschef von Renault-Nissan, Mehrheitseigner des größten russischen Autoherstellers Avtovaz. Er erwartet, dass der russische Automobilmarkt in diesem Jahr um mindestens 20 Prozent schrumpft.

Carlos Ghosn, Renault-Nissan:

“Nicht nur, dass der Markt schrumpft. Die Währung wird immer schwächer. Die Automobilhersteller sind dabei, sich auf Zulieferer in Russland zu konzentrieren. Es ist aber noch nicht so weit. Das bedeutet, es werden immer noch eine Menge Teile nach Russland importiert. Sie können sich vorstellen, wenn Sie Autos für Rubel verkaufen und ein Teil Ihrer Kosten fällt in Euro oder Yen an – äußerst ungünstig.”

Die Talfahrt der weltweiten Ölpreise und die internationalen Sanktionen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise haben das Vertrauen der Anleger erschüttert und den Rubel Ende letzten Jahres in den freien Fall versetzt.

Sarah Chappell, euronews:

“Wirtschaftswissenschaftler haben ihre Russland- Prognosen für dieses Jahr und darüber hinaus einkassiert – in der Überzeugung, dass die wirtschaftliche Leiden des Landes von Dauer sind. Nichts deutet auf ein Ende der internationalen Sanktionen hin und die Ölpreise dürften niedrig bleiben.”

Und der Vizechef des IWF warnt, dass auf Russland 2015 eine große Herausforderung wartet. Es sei aber noch nicht zu spät, aus der Krise könne auch noch etwas Gutes herauskommen.

Zhu Min, stellvertretender Geschäftsführer, Internationaler Währungsfonds:

“Der niedrige Ölpreis, die Sanktionen, vielleicht sind das Reformchancen für Russland. Ich meine, diese Reformen sind unabdingbar für Russland, um seine Anfälligkeit zu vermindern – im eigenen Interesse und für den Rest der Welt.”

Vorrangig ist dabei laut IWF die Diversifizierung der russischen Wirtschaft weg von der Abhängigkeit von Öl und Gas.

Doch bis es soweit ist – bleibt die russische Wirtschaft weitgehend abhängig von der Gnade der globalen Ölpreise.