Eilmeldung

Eilmeldung

Sieben Dinge, die während der Wahlnacht in Großbritannien passierten

Es war eine ereignisreiche Nacht während der Parlamentswahl in Großbritannien. Hier eine Zusammenfassung der sonderbarsten und unerwartetesten

Sie lesen gerade:

Sieben Dinge, die während der Wahlnacht in Großbritannien passierten

Schriftgrösse Aa Aa

Es war eine ereignisreiche Nacht während der Parlamentswahl in Großbritannien. Hier eine Zusammenfassung der sonderbarsten und unerwartetesten Geschehnisse:

1: Es gibt ein großes Missverhältnis zwischen den Stimmen, die eine Partei auf sich vereinigt und der tatsächlichen Sitzverteilung.

Das britische Mehrheitswahlrecht bedeutet: Es finden im Grunde 650 Einzelwahlen statt mit jeweils einem Sieger.

Die restlichen Kandidaten und damit auch die für sie abgegebenen Stimmen sind unbedeutend. Stark vereinfacht ausgedrückt handelt es sich um das deutsche System ohne den entscheidenden Teil, die Zweitstimme.

Vorliegend erhielt etwa die schottische Unabhängigkeitspartei SNP rund sieben Prozent der Stimmen und gewann 56 Sitze, während die rechtspopulistische UKIP-Partei zwölf Prozent auf sich vereinigen konnte, aber nur einen Sitz erhielt.

2: Die Liberaldemokraten gingen von wenig aus, ernteten aber noch viel weniger

Enttäuschend verlief die Wahlnacht für die bisher mitregierenden Liberaldemokraten. Sie verlieren einen Großteil ihrer bisher 57 Sitze und entsenden nur noch etwa zehn Parlamentarier.

Auch Wirtschaftsminister Vince Cable und Finanz-Staatssekretär Danny Alexander verloren ihre Mandate.

3: Die größte Gewinnerin des Abends hat gar nicht kandidiert

Nicola Sturgeon, bis dahin außerhalb Schottlands kaum bekannt, hat fast ihr ganzes Leben in den Dienst der
sozialdemokratischen SNP gestellt. Die 44-jährige Chefin der Regionalregierung
in Edinburgh machte im britischen Wahlkampf mit die meisten
Schlagzeilen – obwohl sie gar nicht zur Wahl stand.

Dass die Nationalpartei 56 von 59 schottischen
Wahlkreisen gewonnen hat, dürfte Rest-Großbritannien noch zu schaffen
machen. Kommentatoren sprachen von einem “politischen Tsunami”.

4: Echte “Wildcards” wurden nicht verteilt

Zumindest in einer Angelegenheit trafen Prognosen zu: Kleine Parteien erhielten tatsächlich wenig Zuspruch.

Die “Class War party” kam landesweit auf rund 500 Stimmen, die “Monster Raving Looney party” immerhin 3.500 und die “Yorkshire First party” konnte sogar fast 13.000 Wähler für sich einnehmen

5: Großbritannien hat die jüngste Abgeordnete seit 1667

Die 20-Jährige Mhairi Black, eine Politikstudentin an der Universität von Glasgow, hatte immerhin den federführenden Wahlkampfmanager der Labour-Partei, Douglas Alexander, im schottischen Wahlkreis “Paisley and Renfrewshire South” zum Gegner.

Mit 51 Prozent der Stimmen knüpfte sie Alexander, immerhin Schatten-Außenminister von Ed Miliband, das Direktmandat ab.

Hier eines ihrer Wahlkampfvideos:

6: David Cameron erntete Spott für einen Tweet, der verblüffende Ähnlichkeit zu einem anderen Tweet aufwies. Die größten Zufälle der britischen Parlamentswahl 2015

Der triumphale Tweet des Premierministers….

… erinnerte ziemlich stark an Barack Obama’s Tweet:

Abgesehen davon, daß der Premierminister augenscheinlich seine Nase in das Ohr seiner Gattin steckte:

Über 100 Wähler stimmten für einen toten Kandidaten

http://www.london24.com/news/politics/more_than_100_hampstead_residents_vote_for_dead_candidate_1_4065880?utm_content=bufferab2b6&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer