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Griechische Ferieninseln: Flüchtlinge statt Touristen

Die Lage auf der griechischen Ferieninsel Kos spitzt sich angesichts der wachsenden Zahl an Flüchtlingen dramatisch zu. Hunderte Migranten kommen

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Griechische Ferieninseln: Flüchtlinge statt Touristen

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Die Lage auf der griechischen Ferieninsel Kos spitzt sich angesichts der wachsenden Zahl an Flüchtlingen dramatisch zu. Hunderte Migranten kommen täglich von der wenige Seemeilen entfernten türkischen Küste auf die Insel. Hilfsorganisationen, der Staat und die Bevölkerung sind überfordert. Ähnlich ist die Situation auf zahlreichen anderen Inseln im Osten der Ägäis. Der Bürgermeister von Kos, Giorgos Kyritsis, schrieb in seinem Brief an die Regierung in Athen, auf der Insel seien mehr als 7000 Migranten angekommen. Man könne mit dem Problem nicht mehr fertig werden. “Ich warne davor, die Gefahr eines Blutvergießens ist real”, erklärte Kyritsis. Der Brief wurde am Dienstag in der griechischen Presse veröffentlicht. Nach UN-Angaben stieg die Zahl der Flüchtlinge auf den ägäischen Inseln auf 124.000 Personen in den vergangenen sieben Monaten. Das ist ein Anstieg um 750 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Meinung

Die Gefahr eines Blutvergießens ist real.

Unterdessen suchen nach dem neuen Schiffbruch im Mittelmeer die Rettungskräfte am Unglücksort weiter nach möglichen Vermissten. Die Suche sei noch im Gange, sagte eine Sprecherin der italienischen Marine. Die Marine hatte am gestrigen Dienstag mindestens 54 Menschen von einem Schlauchboot gerettet, das dann kenterte. Die Migranten an Bord stammten aus Mali, dem Senegal, Nigeria und Gambia. Ihr Boot war am Montag in Libyen gestartet, kurz darauf geriet es in Seenot.