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Dobrindt zu VW-Skandal: "Ich fürchte Schaden für die gesamte Automobilindustrie"

„Die Folgen sind noch nicht absehbar, aber der Diesel-Skandal hat das Zeug, die Konjunktur zu schwächen“, sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der

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Dobrindt zu VW-Skandal: "Ich fürchte Schaden für die gesamte Automobilindustrie"

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„Die Folgen sind noch nicht absehbar, aber der Diesel-Skandal hat das Zeug, die Konjunktur zu schwächen“, sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Diba, Frankfurt, über die Diesel-Abgas-Tricks bei Volkswagen.

Meinung

Ich glaube nicht, dass ich einen VW kaufen würde

Und der Unionsfraktionschef im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, geht davon aus, dass der Abgas-Skandal negative Konsequenzen für die gesamte Branche hat: „Ich fürchte, dass die gesamte Automobilindustrie einen Schaden davonträgt“. Der Vorfall mache ihn „fassungslos“, so der CDU-Politiker. Sein Wahlkreis liegt in Baden-Württemberg, dem Bundesland der Autokonzerne Daimler und Porsche.

Erste Reaktionen potentieller Kunden in Grossbritannien gehen genau in diese Richtung.

Eine Frau glaubt “nach diesem Skandal nichts und niemandem mehr. Ich kann den Informationen nicht mehr vertrauen und auch keinem Markenimage, oder? Kann ich denen wirklich trauen? Ich bin mir nicht mehr sicher.”

Ein Mann meint: “Ich glaube nicht, dass ich einen VW kaufen würde oder überhaupt ein deutsches Auto, wegen dieser Negativ-Werbung von VW.”

Und wenn der Automobilsektor hustet, droht der deutschen Industrie eine Lungenentzündung.
Rund ein Fünftel des gesamten Umsatzes des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland kam zuletzt aus dem Fahrzeugbau, macht 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Prof. Dr. Martin Gornig, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW):

“Der Straßenfahrzeugbau ist ja eine der Schlüsselindustrien, Leitindustrien in Deutschland, und VW führt sie praktisch an. Die Frage ist, was tut man jetzt. Man kann sich anstrengen, den Schaden gering zu halten. Sich öffnen und transparent machen, wie testen wir, den Staat stärker in die Kontrollsysteme einzubauen. Dies wäre sicher eine Reaktion, die verlorenes Vertrauen wieder herstellen könnte.”

Für die “Times” in London steht schon fest:
“Es ist der schlimmste Unternehmens-Skandal in der Geschichte des modernen Deutschlands und er könnte das Ende für die Produktion von Diesel-Fahrzeugen als Massenprodukt einläuten. Unmittelbar ist der Skandal ein schwerer Schlag für einen zentralen Pfeiler der stärksten Wirtschaftsmacht Europas.“

Denn Deutschland ist vom Automobil ähnlich abhängig wie Venezuela vom Öl – wenigstens beinahe.

su mit dpa, Reuters