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Recyceltes Wasser: neues Filtersystem für Qualitätskontrolle entwickelt

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Recyceltes Wasser: neues Filtersystem für Qualitätskontrolle entwickelt

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Denis Loctier, Euronews: “Die Wasserknappheit wird immer schlimmer. Um Schmutzwasser recyclen und säubern zu können wird billiges und effizientes

Denis Loctier, Euronews:
“Die Wasserknappheit wird immer schlimmer. Um Schmutzwasser recyclen und säubern zu können wird billiges und effizientes Material benötigt. Europäische Wissenschaftler forschen an neuen Geräten.”

Im Südosten Italiens werden Tomaten angebaut, die nicht für den Verzehr gedacht sind. Ziel der Forscher ist es, mit recyceltem Wasser aus Industrieanlagen eine schadstofffreie Ernte zu produzieren.

Alfieri Pollice, Forscher für Wasseraufbereitungsprozesse und -technologien am IRSA-CNR:
“Eine Fabrik in der Nähe fertigt Tomaten für den Lebensmittelmarkt ab. Eine große Menge dreckiges Wasser zählt zu den Ergebnissen des Produktionsprozesses. Normalerweise wird das Wasser nicht mehr benutzt. Wir möchten Methoden finden, um dieses Wasser in der Landwirtschaft wieder zu verwerten.”

Sauberes Trinkwasser ist wertvoll. Mit der Aufbereitung von Schmutzwasser wird die Knappheit bekämpft. Die Kontrolle der Wasserqualität ist kompliziert. Wasserproben müssen in großen Glasbehältern umständlich in Labore transportiert und dort auf Schadstoffe geprüft werden.

Helle Skejø, chemische Technikerin, InnoWater lab, Gemeinsames Forschungszentrum der Europäischen Kommission:
“Wir wollen wissen, ob das Wasser wirklich für die Wiederverwendung geeignet ist, ob bestimmte Höchstmengen an organischen Verbindungen und Nährstoffen überschritten werden oder nicht, denn es gibt strenge Richtlinien, die eingehalten werden müssen.”

Forscher der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission entwickelten ein Gerät, das die Untersuchung vereinfacht. Das Wasser wird durch einen tragbaren Filter gepumpt, der die Chemikalien auffängt und sie für die Laboranalyse konserviert.

Giulio Mariani, chemischer Techniker, InnoWater lab, Gemeinsames Forschungszentrum der Europäischen Kommission: “Ein Vorteil ist die Vielseitigkeit der Box: Sie kann in Wasseraufbereitungsanlagen, in stehenden Gewässern und im Meer benutzt werden.”

Denis Loctier, Euronews:
“Was passiert nun mit der Probe?”

Die Filter erleichtern nicht nur den Transport der Wasserproben erheblich.

Giulio Mariani, chemischer Techniker, InnoWater lab, Gemeinsames Forschungszentrum der Europäischen Kommission:
“Verglichen mit traditionellen Analysetechniken erlaubt es der Filter, mehrere organische Verbindungen in einem aufzufangen. Die Analyse wird dadurch vereinfacht, die Kosten und der Zeitaufwand werden verringert und die Erhaltung der Proben verbessert.”

Das Gerät zur Entnahme von Wasserproben ist billig und einfach zu bedienen. Der Filter wird für andere Forscher frei zugänglich sein. Nach Angaben der Wissenschaftler gibt es schon viele professionelle Interessenten.

Bernd Gawlik, Chemie-Ingenieur und analytischer Chemiker, Gemeinsames Forschungszentrum der Europäischen Kommission:
“Unsere Kollegen wundern sich in erster Linie über das Preis-Leistungsverhältnis. Sie kennen die Technologie im Grundsatz, kennen komerzielle Anbieter, die hundertmal mehr kosten und sind dann erstaunt zu sehen, dass das eigentlich auch in Selbstbauweise geht. Ihr Erstaunen wird umso größer, wenn sie entdecken, dass wir dieselben Nachweisgrenzen erreichen können, die wir mit komerziellen Verfahren erreichen.”