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Pamuk kritisiert Türkei-Politik der EU: "Flüchtlingskrise bindet ihnen die Hände"

Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk hat die Flüchtlingspolitik der EU in Bezug auf die Türkei und das Wegschauen beim Thema Menschenrechte in

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Pamuk kritisiert Türkei-Politik der EU: "Flüchtlingskrise bindet ihnen die Hände"

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Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk hat die Flüchtlingspolitik der EU in Bezug auf die Türkei und das Wegschauen beim Thema Menschenrechte in scharfer Form kritisiert. In einem Interview mit der Zeitung Hurriyet, von dem Auszüge in Englisch veröffentlicht wurden sagte der Literaturnobelpreisträger, die EU habe all ihre Werte vergessen. Durch die Flüchtlingskrise und den Kampf gegen ISIL (den sogenannten “Islamischen Staat) seien der EU die Hände gebunden.
“Sie sehen uns wie einst Saudi-Arabien: Wenn Ihr macht, was wir wollen, ist es uns egal, was Ihr zu Hause macht”, sagte Pamuk, der beklagt, dass sich die EU nicht für die Einhaltung von Menschenrechten und Pressefreiheit in der Türkei einsetzt.

Bei seinem Besuch in Berlin hatte zuletzt der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu erklärt, in der Flüchtlingsfrage gehe die Türkei Hand in Hand mit Deutschland.

Der Schriftsteller Orhan Pamuk sagte jetzt, er sei jemand, der gerne nur über Literatur reden wolle, aber derzeit sei das einfach nicht möglich. Man könne nicht ruhig an einem Roman schreiben, wenn Can Dündar in Haft sei. Der prominente Journalist der regierungskritischen Zeitung Cumhürriyet war im November verhaftet worden.