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Die alternde Gesellschaft in Polen - Eine Herausforderung

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Die alternde Gesellschaft in Polen - Eine Herausforderung

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Die polnische Bevölkerung altert. Das setzt die Arbeiter, die Wirtschaft und das Gesundheitssystem unter Druck. Die 42-jährige Monika Zientek ist

Die polnische Bevölkerung altert. Das setzt die Arbeiter, die Wirtschaft und das Gesundheitssystem unter Druck.

Meinung

Die Menschen sollten nicht aufgrund von chronischen Krankheiten frühzeitig in Rente gehen.

Die 42-jährige Monika Zientek ist Teil dieses demografischen Wandels. Sie leidet an Arthritis.

Euronews-Journalist Jeremy Wilks hat sie gefragt: “Wie wird sich diese Krankheit auswirken? Werden Sie weiterhin arbeiten, aktiv sein und die Sachen machen können, die Sie mögen?” Sie antwortete: “Meine Zukunft ist sehr unsicher. Ich mache mir große Sorgen, denn ich weiß nicht, wie meine Krankheit sich weiter entwickeln wird. Ich weiß nicht, wie ich sie behandeln werde und ob ich zum Arzt gehen kann. Ich blicke also sorgenvoll in die Zukunft.”

Die Gesellschaft altert. Die Folge: Die Zahl der Menschen, die an chronischen Krankheiten wie Arthritis leiden, steigt.
Diese Menschen müssen oft früher in Rente gehen. Der Physiotherapeut Ernest Wiśniewski hilft ihnen, fit zu bleiben.
Er kann das Fortschreiten von Monikas Krankheit nicht aufhalten, aber er kann sie erträglicher machen. Er wird z.B. ihr Gelenk beweglicher machen, damit es flexibler wird. So wird sie ihr Handgelenk wieder mehr bewegen können.

In ganz Europa vollzieht sich ein demografischer Wandel. Es führt kein Weg daran vorbei, wir alle werden älter.
Die Zahlen sind eindeutig. Derzeit kommen auf einen Rentner vier Erwerbstätige. Schätzungen zufolge werden es 2060 nur noch zwei Erwerbstätige sein. Und hier in Polen könnte es sein, dass es nur einen pro Rentner geben wird.

Professor Boleslaw Samolinski hat ein Gremium gegründet, an dem mehrere Hundert Mediziner, Wirtschaftswissenschaflter und Vertreter des staatlichen Gesundheitswesens teilnehmen. Sie überlegen gemeinsam, was angesichts der alternden Bevölkerung getan werden kann. Er erklärt: “Für mich ist das beste Ergebnis dieses Projekts, dass klar geworden ist, dass die Politiker heutzutage ein Gesundheitssystem aufbauen und dafür sorgen müssen, dass die Menschen länger arbeiten. Wenn wir jetzt in diesen Bereich investieren, dann wird sich das in zwanzig, dreißig Jahren auszahlen.”

Erst muss man sich also dieser Herausforderungen bewusst sein, und was muss man als nächstes machen?
Wir haben die Rheumatologin Professor Brygida Kwiatkowska gefragt. Sie betonte: “Angesichts der alternden Gesellschaft müssen konkrete Schritte eingeleitet werden. Erstens muss man die Familienpolitik in Polen verbessern, damit die jungen Menschen mehr Kinder oder überhaupt Kinder bekommen. Zweitens muss man versuchen, dass die Erwerbstätigen über ihr Rentenalter hinaus arbeiten. Drittens muss man dafür sorgen, dass die Menschen aufgrund von chronischen Krankheiten nicht frühzeitig in Rente gehen.”

Diese Änderungen in einem Land mit rund 38 Millionen Einwohnern umzusetzen, ist nicht einfach. Und was erhoffen sich die Betroffenen? “Als Patientin wünsche ich mir einen Dialog zwischen den Patientenvereinen und den Zentren, die über unsere Behandlung entscheiden. Nur mit Dialog sind wir in der Lage, die Hürden, die auftauchen werden, zu überwinden,” so Monika Zientek.

Die Alterung der polnischen Gesellschaft wird nur mit viel Kooperation und Dialog zu meistern sein.