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Salah Abdeslam - vom Kleinkriminellen zum meistgesuchten Mann in Europa

Salah Abdeslam (26), in Brüssel geboren, war bis zu seiner Festnahme in Molenbeek/Brüssel der meistgesuchte Mann in Europa, seit den Anschlägen vom

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Salah Abdeslam - vom Kleinkriminellen zum meistgesuchten Mann in Europa

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Salah Abdeslam (26), in Brüssel geboren, war bis zu seiner Festnahme in Molenbeek/Brüssel der meistgesuchte Mann in Europa, seit den Anschlägen vom 13. November in Paris: Drei Killerkommandos töteten damals 130 Menschen, ihm kam vermutlich eine Schlüsselrolle zu.

Meinung

Salah ist sehr intelligent. Er hat in letzter Minute kehrtgemacht

Die Spur des Mannes hatte sich am 14. November im Großraum Brüssel verloren – zwei Freunde hatten ihn nachts unbehelligt im Auto in Paris abgeholt und in Schaerbeek abgesetzt. Nach Medienberichten (La Dernière Heure (DH), Belgien) hat sich der Gesuchte dann 20 Tage lang in Schaerbeek versteckt.

Zuvor war der mutmaßliche Logistiker der Anschläge von Paris und Saint-Denis in den Niederlanden, Griechenland, Österreich, Ungarn gewesen.

Salah Abdeslam war der Polizei wegen Drogendelikten bekannt. Seine Stelle als Mechaniker beim regionalen Verkehrsverbund STIB/MIVB, wo er von September 2009 bis 2011 arbeitete, hatte er wegen häufiger Abwesenheit verloren. In den Jahren 2010 und 2011 soll er gemeinsam mit Abdelhamid Abaaoud, dem späteren mutmaßlichen Planer der Anschläge in Paris, in der belgischen Hauptstadt Brüssel verschiedene Straftaten begangen haben.

Von Dezember 2013 an war er Inhaber einer Bar in Molenbeek, die hauptsächlich von Personen mit Wurzeln im Magreb besucht wurde. Die Bar wurde schließlich von den Behörden geschlossen, weil die Besucher dort illegale halluzinogene Substanzen konsumierten.

Am 29. Oktober 2015 meldeten belgische Behörden Salah Abdeslam und seinen Bruder Brahim Abdeslam der internationalen Polizeibehörde Interpol, dem Schengener Informationssystem und der EU-Polizeibehörde Europol als potentielle Dschihad-Kämpfer (Gefährder).

Während der Anschläge habe er drei Selbstmordattentäter im Auto zum Stade de France in Saint-Denis gebracht, vermutet die Polizei, seinen eigenen Sprengstoffgürtel aber in Montrouge, am Stadtrand von Paris weggeworfen – wo er ein paar Tage nach den Attentaten gefunden wurde.

Seine Mitreisenden erinnern sich laut Medienberichten (“Le Monde”) an einen sehr nervösen Mann, der um seinen Bruder Brahim weinte, der sich vor einem Lokal in die Luft gesprengt hatte. “Er wurde getötet, und er war losgegangen, um getötet zu werden.”

Salahs Bruder Mohamed hatte in Fernsehinterviews an den Gesuchten appelliert, sich zu stellen. Zur Rolle seines Bruders bei den Anschlägen in Paris sagte Mohamed: “Salah ist sehr intelligent. Er hat in letzter Minute kehrtgemacht.”

Die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris waren koordinierte, islamistisch motivierte Attentate an fünf verschiedenen Orten im 10. und 11. Pariser Arrondissement sowie an drei Orten in der Vorstadt Saint-Denis. Nach Angaben der französischen Regierung wurden 130 Menschen getötet und 352 verletzt, davon 97 schwer. Außerdem starben sieben der Attentäter in unmittelbarem Zusammenhang mit ihren Attacken. Zu den Anschlägen bekannte sich die terroristische Vereinigung “Islamischer Staat” (IS).

su mit dpa, Reuters, AFP