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Brüssel: Mehr Opfer, Fahndung nach drittem Mann läuft weiter

Die belgische Polizei fahndet weiter nach dem dritten Terrorverdächtigen vom Flughafen, seine Beschreibung wurde jetzt um ein Video ergänzt. Auf

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Brüssel: Mehr Opfer, Fahndung nach drittem Mann läuft weiter

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Die belgische Polizei fahndet weiter nach dem dritten Terrorverdächtigen vom Flughafen, seine Beschreibung wurde jetzt um ein Video ergänzt. Auf Fahndungsbildern ist er mit den beiden identifizierten Selbstmordattentätern zu sehen. Zwischenzeitlich hatten belgische Medien gemeldet, dass der dritte Gesuchte gefasst sei, eine offizielle Bestätigung gab es aber nicht. Die belgischen Behörden haben den Mann freigelassen, der verdächtigt wurde, der dritte Attentäter vom Brüsseler Flughafen zu sein. Der Verdacht gegen Faysal C. habe sich nicht bestätigt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zugleich bat sie um Hinweise zum “Mann mit dem Hut”.

Die italienische Polizei hat jetzt ein Foto des am Samstag bei Salerno verhafteten Passfälschers veröffentlicht. Bei einer Razzia wurden hunderte Digitalfotos gefunden, darunter auch von den mutmaßlichen Planern der Attentate von Paris und Brüssel. Der mit europäischem Haftbefehl gesuchte 40-jährige Algerier sei auf Betreiben der belgischen Justiz am Samstag festgenommen worden. Die Festnahme in Italien lenkt den Blick auf die Metropole Neapel. Sie und ihre Umgebung gelten als Hochburg von Dokumentenfälschern für Kriminelle und Terroristen. Seit Jahren berichten italienische Medien immer wieder über kriminelle Banden, die vom Mezzogiorno aus internationale Terroristen mit falschen Papieren für die Aus- und Weiterreise versorgen. Unter anderem soll so einer der Täter der Bombenanschläge von Madrid 2004 mithilfe einer falschen Identität weitergereist sein.

Die Zahl der Brüsseler Opfer wurde inzwischen auf 35 korrigiert, nachdem vier weitere Menschen in Folge ihrer Verletzungen in Krankenhäusern gestorben sind. Laut belgischem Krisenzentrum sollen die Opfer aus Belgien, Großbritannien, Italien, China, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Schweden und den USA stammen. 28 der Getöteten sind den Angaben zufolge mittlerweile identifiziert. Mehr als 340 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt – sie liegen teilweise noch in Krankenhäusern.

Für Verwirrung hatten zuletzt unterschiedliche Angaben zur Zahl der Opfer gesorgt. Das Krisenzentrum hatte die drei Selbstmordattentäter als Opfer gezählt und war deshalb zu anderen Zahlen gekommen. Zur Begründung hatte das Krisenzentrum mitgeteilt, dass es lediglich für die Zählung der Leichen am Tatort verantwortlich sei

Am Dienstag hatten sich zwei Attentäter am Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft gesprengt, darunter Laachraoui. Rund eine Stunde später verübte ein weiterer Angreifer einen Selbstmordanschlag in einer U-Bahnstation. Insgesamt wurden 35 Menschen getötet und etwa 300 weitere verletzt. Bei koordinierten Anschlägen in Paris waren am 13. November 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt worden.