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Panama Papers: Putins Umfeld schwer belastet

Sein Name taucht in den Papieren nicht auf – doch das Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putin wird schwer belastet. Wie die sogenannten

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Panama Papers: Putins Umfeld schwer belastet

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Sein Name taucht in den Papieren nicht auf – doch das Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putin wird schwer belastet. Wie die sogenannten Panama Papers beweisen sollen, haben Vertraute Putins in den vergangenen Jahren mehr als zwei Milliarden Dollar durch Briefkastenfirmen geschleust. Der britische Guardian, eine der Zeitungen, die die Dokumente auswerteten, geht davon aus, dass dies nicht ohne die Billigung des Präsidenten möglich war.

Viele der Beschuldigten kennen Putin aus seiner Zeit in St. Petersburg. Dazu gehört neben dem ehemaligen Vizeregierungschef Ilja Klebanow auch der Cellist Sergej Roldugin. Der renommierte Musiker ist laut eigenen Angaben seit seiner Jugend mit Putin befreundet und Taufpate der ältesten Tochter des Präsidenten. Ein weiterer Name, der genannt wird, ist Jurij Kowaltschuk, Chef der Bank Rossija. Die USA bezeichneten diese als die “persönliche Bank” ranghoher Regierungsbeamter, darunter Putin.

Der Cellist Roldugin war den Panama Papers zufolge zeitweise Miteigentümer mindestens dreier Briefkastenfirmen. Er soll ein Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar verwalten. Die Daten stammen von der in Panama ansässigen Kanzlei Mossack Fonseca. Zwei der Firmen, die unter Roldugins Namen laufen, sind auf den britischen Jungferninseln registriert.

Im Zentrum der Enthüllungen über russische Prominente steht auch die Mittelmeerinsel Zypern. Die dort ansässige “Russian Commercial Bank”, eine Tochter der teilstaatlichen russischen VTB-Bank, gab demnach Kredite in Höhe von Hunderten Millionen Dollar an die Offshorefirma Sandelwood aus, ohne Sicherheiten zu verlangen. Das Geld soll dann wieder zurück nach Russland geflossen sein. Die ebenfalls an der Auswertung beteiligte Süddeutsche Zeitung geht davon aus, dass Putins engster Zirkel und seine Familie von den Offshore-Geschäften profitierten. So soll unter anderem die pompöse Hochzeit einer seiner Töchter in einem Skiort damit finanziert worden sein.

Der Kreml wertet die Enthüllungen als Versuch des Westens, Putin zu diskreditieren. Der ebenfalls beschuldigte Sprecher sagte, der Präsident solle im Hinblick auf die kommenden Wahlen beschädigt werden. Putin hatte Offshore-Geschäfte mehrfach als “unpatriotisch” bezeichnet.