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London fremdelt mit dem Brexit

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London fremdelt mit dem Brexit

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“Im Vereinigten Königreich denken die Menschen nun über ihre Zukunft außerhalb der EU nach. Hier in London sind die Menschen schockiert und enttäuscht. Das Land hat für den Austritt gestimmt, aber die Hauptstadt selbst war mehrheitlich für einen Verbleib”, so die Euronews-Reporterin Sarah Chappell.

Gut 60 Prozent der Londoner stimmten gegen den Brexit, von den 33 Bezirken der Hauptstadt bildeten in nur fünf die Austrittbefürworter eine Mehrheit. London sieht sich als Weltstadt und als Teil der EU.

“Ich machen Sorgen um die Zukunft des Landes”, so ein Passant in der Innenstadt. “Ich denke, es hätte kein Referendum geben dürfen, weil kaum jemand qualifiziert und informiert genug ist, um so eine Entscheidung zu treffen. Die Menschen konnten sich nur auf ihr Gefühl verlassen.”

Eine junge Frau sagte: “Es lag schon ein gewisser Schock in der Luft, ein wenig Angst und Anspannung. Aber ich hoffe, dass alles gut wird. Es war nicht der Ausgang, den ich mir gewünscht habe, aber ich hoffe, dass es gut ausgeht.”

Die Gefühlslage in London unterscheidet sich selbst vom unmittelbaren Umland. Eine am Freitag gestartete Onlinepetition fordert den Bürgermeister auf, London für unabhängig zu erklären und der EU beizutreten. Bis Mitternacht hatten rund 90.000 Londoner unterzeichnet.

Bürgermeister Sadiq Khan richtete sich unterdessen an die in London lebenden Expats: “Meine Nachricht an alle in London lebenden Europäer ist: Ihr seid hier willkommen. Ich werden in den nächsten Stunden und Tagen mit Unternehmen und Investoren sprechen, um ihnen zu sagen, dass wir hier offen bleiben. Wir werden weiter die beste Stadt der Welt sein, aufgeschlossen und der Welt zugewendet bleiben. Als Bürgermeister bin ich auf der Seite der Londoner.”

Zwar ist die Petition derzeit nicht mehr als ein Signal. Theoretisch ist eine Unabhängigkeit Londons aber möglich und der Idee vielen Londonern nicht unbekannt. Schon vor dem Brexit hielten vereinzelte britische Analysten einen Ausstieg Londons binnen einer Generation für nicht unwahrscheinlich. Die Stadt hat mehr Einwohner als Wales und Schottland zusammen, trägt aber überdurchschnittlich viel zur britischen Wirtschaftsleistung bei. Meinungsforscher und Analysten erwarten, dass das Thema aufgrund der kulturellen und wirtschaftlichen Unterschiede immer wieder an Aktualität gewinnen wird.

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