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Bayern - Messerattacke im Zug, vier schwer Verletzte, der Täter tot

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Bayern - Messerattacke im Zug, vier schwer Verletzte, der Täter tot

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Nach der Messerattacke eines 17-jährigen Afghanen auf Zugreisende in Bayern prüfen die Ermittler einen islamistischen Hintergrund. Der Flüchtling war mit Axt und Messer auf Fahrgäste im Regionalzug bei Würzburg losgegangen. Der Regionalzug wurde in Würzburg gestoppt, der Täter konnte fliehen. Ein Sondereinsatzkommando, das zufällig in der Nähe war, nahm die Verfolgung auf. Als der 17-Jährige mit seinen Waffen auf die Einsatzkräfte losging, wurde er von der Polizei erschossen. Vier Menschen wurden schwer verletzt, 14 Reisende erlitten einen Schock, wie ein Polizeisprecher vor Ort sagte. Man versuche inzwischen, die Reisenden zu identifizieren. Bei den Verletzten handele es sich unter anderem um Reisende einer asiatischen Gruppe.

Laut dem Bayrischen Innenminister Herrmann handelt es sich bei dem Täter um einen Asylbewerber aus Afghanistan, der “seit ein paar Monaten” in Ochsenfurt lebte, zuletzt bei einer Pflegefamilie. Nach ersten Erkenntnissen sei er als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen. Informationen über sein Motiv gebe es noch nicht. Die Polizei gehe aufgrund von Zeugenaussagen von einem Einzeltäter aus.

Unter den unbegleiteten jungen Flüchtlingen in Bayern sind 17,5 Prozent Afghanen. Ende März dieses Jahres waren nach Angaben des Sozialministeriums mehr als 15.500 minderjährige Flüchtlinge in Bayern untergebracht. Zuständig für sie sind die Jugendämter. Im Rahmen eines sogenannten Clearingverfahrens stellen Fachleute zunächst fest, welche Art von Hilfe der jeweilige Jugendliche braucht und wo er untergebracht werden kann. Das kann ein Heim, eine Wohngruppe oder Pflegefamilie sein. Seit vergangenem Herbst werden sie wie erwachsene Asylbewerber nach einem festgelegten Schüssel auf die Bundesländer verteilt. 96.000 Minderjährige – etwa ein Viertel aller Minderjährigen, die 2015 in Europa um Asyl suchten – waren laut dem
Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) unbegleitet.

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