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2 Jahre nach Vertreibung der Jesiden: Noch immer 3.200 Sexsklavinnen in der Gewalt des IS

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2 Jahre nach Vertreibung der Jesiden: Noch immer 3.200 Sexsklavinnen in der Gewalt des IS

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Zwei Jahre nach der Vertreibung der Jesiden aus ihrer Heimatregion, dem Sindschar-Gebirge im Norden des Irak, halten die IS-Dschihadisten noch immer etwa 3.200 Frauen und Mädchen als “Sexsklavinnen” in Gefangenschaft. Diese Zahl hat die Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates in Genf in einem Statement bekannt gegeben. Jesidische Jungen werden indoktriniert und für Kampfeinsätze ausgebildet, meint die UNO. Tausende Männer und Jungen werden vermisst.

Die Stadt Sindschar wurde von der IS-Miliz fast vollständig zerstört.

Bereits im Juni hatte der UN-Ermittler für den Irak und Syrien die an der Religionsgemeinschaft der Jesiden verübten Verbrechen als Völkermord eingestuft. Jetzt appellierte
der brasilianische Menschenrechtsexperte Paulo Pinheiro erneut an den UN-Sicherheitsrat, den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag mit der Verfolgung von Kriegsverbrechen an den Jesiden zu beauftragen.

In Berlin haben zum zweiten Jahrestag der Vertreibung hunderte Jesiden demonstriert, um an das harte Schicksal ihrer Religionsgemeinschaft zu erinnern. Bei der Vertreibung aus dem Sindschar-Gebirge wurden etwa 5.000 Jesiden, die die IS-Miliz als “Teufelsanbeter” ablehnt, getötet. Etwa eine halbe Million sind Flüchtlinge.
Laut des mehrsprachigen Nachrichtenportals Ezidipress haben 2015 mehr als 18.000 Jesiden in Deutschland einen Asylanstrag gestellt. Die Zahl der in Deutschland bereits lebenden Jesiden wird auf 50.000 bis 100.000 geschätzt.

Eine der jungen Frauen, die dem schrecklichen Schicksal als Sexsklavin entkommen konnte, ist die 21-jährige Nadia Murad, die inzwischen in Deutschland lebt und ihr Schicksal auch in einem Interview mit dem Deutschlandfunk erzählt. “Was mir Kraft gibt, ist – auch wenn das makaber klingt – dieser starke, unfassbare Gegner, den ich nicht gewinnen lassen möchte.”, sagt Nadia Murad.

“Wir brauchen nicht mehr Reden, wir brauchen Taten”, sagte Nadia Murad zuvor bei der UNO in Genf, im TIME-Interview vergleicht sie die Vertreibung der Jesiden mit dem Holocaust.

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