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Irakische Armee macht jetzt auch von Süden erfolgreich Druck auf Mossul

IS verlegt entführte Zivilisten in andere Orte

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Irakische Armee macht jetzt auch von Süden erfolgreich Druck auf Mossul

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Die irakische Armee hat nach Angaben der Bundespolizei die Stadt Hammam al-Alil eingenommen. Die südlich von Mossul gelegene Stadt war von Kämpfern des sogenannten Islamischen Staates besetzt.

Die Stadt sei komplett unter Kontrolle, auf den Regierungsgebäuden sei die irakische Flagge gehisst worden. “Es ist ein sehr wichtiger Kampf”, sagte Generalmajor Najm al-Jabouri von den irakischen Streitkräften, “es ist der letzte Ort vor Mossul.”

In den vergangenen Tagen ist die irakische Armee immer weiter in den Osten Mossuls vorgerückt, der Vorstoß im Süden könnte auch ein großer strategischer Erfolg sein. Mit der Rückeroberung von Hammam al-Alil nähern sich die Truppen nicht nur Mossul auf 15 Kilometer, auch ein Flughafen am Stadtrand gerät damit in greifbare Nähe.

Die Milizen des IS haben unterdessen 1.600 entführte Zivilisten aus Hammam al-Alil in einen Ort westlich von Mossul gebracht, berichten die Vereinten Nationen. Auch versuchten sie demnach, bei der Bevölkerung Kinder für den Kampf gegen die irakischen Truppen zu rekrutieren. Flüchtlinge berichten von einer rigiden Kontrolle durch den IS, der Kontakte zur Außenwelt, Schulen und die Nutzung von Medien untersage.

Die Taten des IS und die näherkommenden Kämpfe bringen immer mehr Menschen dazu, den Kriegsschauplatz zu verlassen. Die Hilfsorganisation des Norwegischen Flüchtlingsrates spricht von einem dramatischen Anstieg der Flüchtlinge in den nahegelegenen Lagern. Habe man seit Mitte Oktober knapp 7.000 Hilfspakete an neu ankommende Flüchtlinge verteilt, seien es allein am Freitag 9.000 gewesen. Schätzungen zufolge leben noch bis zu 1,2 Millionen Menschen in Mossul.

Aber auch wer es aus dem umkämpften Gebiet um Mossul heraus geschafft hat, ist noch lange nicht sicher. Die irakische Polizei berichtet, bei einem Anschlag auf einen Flüchtlingskonvoi südöstlich von Mossul seien 26 Menschen getötet worden.