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Deutschland sucht den Attentäter von Berlin


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Deutschland sucht den Attentäter von Berlin

Wo ist Anis A.? Bisher scheinen die Ermittler in Deutschland erfolglos nach dem Mann zu suchen, den die Behörden als mutmaßlichen Attentäter von Berlin ausgemacht haben. In Nordrhein-Westfalen und in Berlin fanden Hausdurchsuchungen statt, unter anderem in einem Flüchtingsheim in Emmerich am Rhein.

Deutsche Medien berichten, es habe auch Festnahmen gegeben. Ob diese aber wirklich im Zusammenhang mit dem Anschlag von Berlin stehen, ist bisher unklar. Ein Sprecher des Generalbundesanwalts dementierte entsprechende Meldungen.

Inzwischen wird deutlich, dass der 24-jährige Tunesier den Behörden bereits bekannt war, trotz umfangreicher Überwachung wurden jedoch keine Schritte gegen ihn unternommen. Die Sicherheitsbehörden tauschten ihre Erkenntnisse über A. nach Worten von Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum in Berlin aus, zuletzt im November 2016. Nach Informationen der New York Times soll er sich unter anderem über den Bau von Bomben informiert haben und im Kontakt mit dem sogenannten Islamischen Staat gestanden sein. Bisher hieß es, er habe Verbindungen zur deutschen Salafistenszene gehabt.

Schon als Schüler soll A. gewalttätig gewesen sein, berichtet die italienische Zeitung La Stampa. Demnach war der Verdächtige 2011 für kurze Zeit an einer Schule auf Sizilien, wo er Eigentumsdelikte und Körperverletzung begangen haben soll. Auch soll er versucht haben, die Schule anzuzünden. In seiner Heimat Tunesien soll A. ebenfalls straffällig geworden sein. Das Land hat Innenminister Jäger zufolge lange bestritten, dass A. tunesischer Staatsbürger sei und damit eine Abschiebung aus Deutschland verhindert.

Familie fassungslos

In Tunesien zeigte sich die Familie des Gesuchten fassungslos. Die Zeitung Al-Chourouk berichtet, die Familie habe ausgesagt, sie habe keinen regelmäßigen Kontakt zu A., seit dieser das Haus 2010 verlassen habe. “Ich bin wie jeder Tunesier schockiert”, sagte ein Bruder von Anis A. “Als die Polizei zu meiner Mutter kam, wussten wir, dass es um meinen Bruder Anis geht.”

Auf die Spur des mutmaßlichen Täters waren die Behörden durch ein Duldungspapier für Anis A. gekommen. Es wurde in dem LKW gefunden, mit dem der Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt begangen worden war. Zuvor war ein Pakistaner als festgenommen worden, den Zeugen als Tatverdächtigen gemeldet hatten. Er wurde nach kurzer Zeit wieder freigelassen, weil die Vorwürfe nicht haltbar waren.

In Deutschland haben die Ereignisse wieder eine Diskussion über die Sicherheitspolitik ausgelöst. Obwohl der Gesuchte behördlich bekannt war, fordern vor allem konservative Politiker mehr Überwachungsmöglichkeiten und Änderungen in der Einwanderungspolitik.

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