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Acht Männer reicher als die Hälfte der Menschheit

Vor dem WWF in Davos hat OXFAM seinen Bericht über die Verteilung von arm und reich vorgestellt.

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Acht Männer reicher als die Hälfte der Menschheit

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Die Verteilung von Reichtum in der Welt wird immer ungerechter.
Zu diesem Ergebnis kommt die britische Nichtregierungsorganisation OXFAM in ihrem Bericht, den sie im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums von Davos veröffentlichte.
Darin prangert sie die Konzentration von Reichtum in den Händen weniger Milliardäre an, während jeder Zehnte weltweit mit weniger als 2 Dollar pro Tag auskommen muss.

OXFAM-Mitarbeiter Matthew Spencer kritisiert, “unser Wirtschaftssystem ist in einer Schieflage. Das bedeutet, dass nur ein Prozent der Menschen von ihm profitiert statt die verbleibenden 99%. Es ist möglich, in einem Golf-Buggy alle Milliardäre zu platzieren, die zusammengerechnet dasselbe Vermögen haben wie die ärmere Hälfte der Menschen weltweit.”

Gemeint sind die acht Milliardäre, die zusammen genau so viel Geld besitzen wie die 3,6 Milliarden ärmsten Menschen der Welt:
allen voran der US-Amerikaner Bill Gates,
der spanische Zara-Eigentümer Amancio Ortega,
US-Großinvestor Warren Buffett,
der mexikanische Telekommunikations-Tycoon Carlos Slim,
sowie die vier US-Amerikaner Jeff Bezos von Amazon,
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg,
Larry Ellison vom Software-Konzern Oracle
und New Yorks Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg.

Die NGO fordert deshalb ein entschiedeneres Vorgehen gegen Steuererleichterungen und fiskale Schlupflöcher.

OXFAM-Berater Max Lawson erklärt, “viele Milliardäre zahlen kaum Steuern. Sie nutzen Steueroasen, um ihr Geld vor dem Fiskus zu verstecken. Fakt ist, dass Milliardäre im Verhältnis weniger Steuern zahlen als ihre Raumpfleger oder Sekretäre. Das ist verrückt. Das Vermögen wird nach oben geleitet.”

So sind Steuervorteile für internationale Unternehmen ein zweischneidiges Schwert: Einerseits schaffen sie Arbeitsplätze in ärmeren Regionen, andererseits gehen dadurch den Staaten wichtige Einnahmequellen verloren. Im Jahr 2011 war das für Kenia beispielsweise eine Summe von mehr als einer Milliarde Dollar. Ein Problem, das sich durch Steuergeschenke und Vergünstigungen für die Unternehmen weiter verschlimmert.

In Nairobi arbeiten mehr als 2 Millionen Menschen schwarz. Sie haben keine sozialen Sicherheiten. Durch ihre geringen Einnahmen sind sie gezwungen, in heruntergekommenen Elendsvierteln zu leben.