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Trotz Cristinas Freispruch: Spaniens Krone in der Krise


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Trotz Cristinas Freispruch: Spaniens Krone in der Krise

Die Schwester des spanischen Königs Felipe, Cristina de Borbón, ist eine eigensinnige Frau. Ihr Vater Juan Carlos I. wollte sie vor der Hochzeit zwingen, sich zwischen ihrem bürgerlichen Verlobten Iñaki Urdangarín und ihren dynastischen Rechten zu entscheiden – Fehlanzeige. Die Verfassung schützt die Nr.6 in der spanischen Thronfolge.

Am Hochzeitstag vor zwanzig Jahren erhält sie vom damaligen König den Titel “Herzogin von Palma”. Ein Märchen, das für sie als Horrorgeschichte endet.

Denn der Ex-Handballprofi, den sie heiratet, wird sie vom Traualtar bis vor den Richter führen. Damit ist sie die erste nahe Verwandte eines Königs in der Geschichte der Bourbonen, die sich vor Gericht verantworten muss.

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Als ihr Mann 2012 vor dem Richter in Palma erscheinen muss, verteidigt er sich: “Ich sage heute aus, um zu beweisen, dass ich unschuldig bin. Meine professionelle Tätigkeit ist rechtmäßig.”

Im April 2013 titelt die Presse: “Ihre königliche Hoheit ist angeklagt”. Gegen die Empfehlung der Staatsanwaltschaft muss sich nun auch Infantin Cristina vor dem Gericht in Palma verantworten. Ihr wird Beihilfe in Zusammenhang mit den kriminellen Machenschaften ihres Ehemannes vorgeworfen. Cristina zieht sich in ihr luxuriöses Anwesen bei Barcelona zurück.

Urdangarín wird erlaubt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszusagen. Doch die Gerüchteküche brodelt. Viele Spanier sind wütend, dass der Skandal das Ansehen der Königsfamilie stärker in Mitleidenschaft zieht.

Trotz zahlreicher Wendungen nimmt die Angelegenheit ihren Lauf. Der Richter José Castro ist entschlossen, der Infantin keinen Sonderstatus zu gewähren. Im Januar 2014 werden die Vorwürfe über Geldwäsche und Steuerbetrug bekräftigt.
Als Christina erstmals vor dem Richter erscheint, hat sie noch gut lachen. Sie gibt an, sich nie für die Firma, an der sie mit ihrem Mann beteiligt ist, interessiert zu haben. Sie habe volles Vertrauen in ihn.

2016 erscheint das Paar Urdangarín gemeinsam vor Gericht. Nichts kann scheinbar das enge Band zwischen der Infantin und ihrem Mann zerstören. Ganz im Gegenteil: Cristina hält an ihrer Ehe fest und zahlt einen hohen Preis: Das Verhältnis zu ihrer Familie kühlt bis zum Gefrierpunkt ab. Ihr Bruder, der König, erkennt ihr den Herzoginnentitel ab. Und Spanien kehrt sie notgedrungen den Rücken – und zieht sich stattdessen ins Schweizer Exil zurück.

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