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Anschlag in London: Was wir bisher wissen


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Anschlag in London: Was wir bisher wissen

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London am Mittwoch, dem 22. März, gegen 14.30 Uhr Ortszeit. Die Polizei wird gerufen. In der Nähe des Parlaments: ein Zwischenfall. Schon bald spricht die Polizei von einem Terrorangriff.

Erste Erkenntnissen nach raste ein Mann mit einem Auto über die Westminster Bridge, fuhr absichtlich Fußgänger um, bevor er mit einem Zaun des Parlaments kollidierte. Der Fahrer stieg aus und setzte seine Attacke fort. Er hatte laut Scotland Yard “zwei lange Messer” dabei.

Augenzeugen beschrieben, wie viele Menschen auf der Brücke am Boden lagen, bevor der Wagen vor dem Parlament in den Zaun fuhr.

“Ehemann und Vater”: Täter ersticht einen Polizisten

Mark Rowley von Scotland Yard erklärte, rund 40 Menschen seien verletzt worden. Mindestens vier, darunter ein Polizist, eine Lehrerin aus Spanien und der Angreifer, seien tot.

Die Zahl der Toten könnte noch steigen. Einige Opfer hätten “katastrophale” Verletzungen, hieß es.

Nachdem er aus dem Auto gestiegen war, stach der Angreifer auf einen Polizisten ein, der sich vor dem Parlament aufhielt. Andere Polizisten schossen auf den Messerstecher, der kurz darauf starb.

Rowley sagte, der Täter sei der Polizei bekannt gewesen. Mehr Informationen zu seiner Identität gab die Polizei nicht.

Den Namen des ermordeten Polizisten nannte Scotland Yard: Keith Palmer. Er war 48 Jahre alt.

Palmer war 15 Jahre lang bei der Polizei. Er gehörte zur Einheit, die für den Schutz des Parlaments und diplomatischer Einrichtungen und Personen zuständig ist.

Außerdem war er Ehemann und Vater.

Rowley in einer Mitteilung: “Er war jemand, der heute zur Arbeit ging und glaubt, am Ende seines Dienstes nach Hause zurückkehren zu können. Und er hatte alles Recht zu glauben, dass das auch passieren würde.”

Palmers Tod löste eine Welle der Solidarität aus. Kollegen, Freunde, Politiker bekundeten ihre Anteilnahme.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sagte, Palmer “hat unsere Stadt und das Herz unserer Demokratie vor denen geschützt, die unsere Art zu leben zerstören wollen.”

Parlament während des Einsatzes geschlossen

Während des Anschlags und des Polizeieinsatzes wurde das Parlament geschlossen. Abgeordnete und Mitarbeiter mussten in ihren Büros bleiben.

Um 16.40 Uhr waren auch die Bürogebäude gegenüber dem Parlament geräumt. Die Behörden hatten einige der Räume dort durchsucht.

Aus Parlamenstkreisen hieß es gegenüber euronews, dass anfangs die Befürchtung bestand, dass Sprengsätze im Parlament oder in dessen Nähe versteckt sein könnten.

Mehrere Stunden mussten die Parlamentsangehörigen in ihren Büros bleiben.

Polizisten und Menschen aus vielen Ländern unter den Verletzten

Unter denen, die auf der Westminster Bridge verletzt wurden, sind auch drei Polizisten. Zwei von ihnen wurden laut Scotland Yard schwer verletzt.

Auch drei französische Schulkinder und eine Person aus Deutschland sind unter den Verletzten.

Das Außenministerium in Südkoreas Hauptstadt Seoul bestätigte fünf verletzte südkoreanische Bürger. Sie zogen sich Verletzungen zu, als die Fußgänger auf der Brücke in Panik versuchten, vor dem Angreifer zu fliehen.

Auch ein Australier ist unter dem Verletzten, ebenso Studenten der Edge Hill University nahe Liverpool.

Solidarität aus aller Welt

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonierte mit der britischen Premierministerin Theresa May und sprach ihr und allen Briten ihre Anteilnahme aus. Deutschland stehe im Kampf gegen jede Form von Terrorismus “fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens” erklärte sie gleich nach dem Anschlag.

Frankreichs Präsident Francois Hollande sprach Großbritannien sein Beleid aus. Er sagte: “Ich will vor allem sicher sein, dass wir wirklich begreifen, dass der Terrorismus uns alle betrifft. Frankreich, das in den vergangenen Jahren schwer getroffen wurde, versteht, was die Briten heute durchmachen. Gleichzeitig müssen wir alle Mittel bereitstellen, um auf diese Angriffe reagieren zu können. Das tun wir bereits seit mehreren Monaten in Frankreich und ich rufe schon länger dazu auf, dies auf europäischer Ebene zu tun.”

Frankreichs Ministerpräsident Bernard Cazeneuve rief nach dem Angriff zur Solidarität mit “unseren britischen Freunden” auf.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte teilte mit: “Furchtbare Bilder von London. Die Stadt wurde genau ins Herz getroffen. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Großbritannien.”

US-Präsident Donald Trump sicherte Premierministerin May volle Unterstützung zu. Zuvor kondolierte Außenminister Rex Tillerson im Namen der USA. Die USA verurteilten diese “schrecklichen Gewaltakte, und ob sie von gestörten Einzelpersonen oder von Terroristen ausgeführt wurden, für die Opfer macht das keinen Unterschied”.

Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau teilte mit: “Wir verurteilen den Angriff in London scharf. Ich war geschockt und traurig davon zu erfahren, dass unschuldige Menschen infolge dieses feigen Anschlags getötet wurden.”

Die britische Premierministerin Theresa May nannte den Anschlag “krank und verkommen”. Die Menschen in Großbritannien würden Terror niemals nachgeben, das Leben werde wie gewohnt weitergehen, sagte May. “Morgen früh wird das Parlament zusammentreten wie immer.”

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson twitterte: “Herzzerreißend. Dies ist nicht der erste Angriff auf London, auf unser Parlament – und es wird nicht der letzte sein – aber unsere Werte werden siegen.”

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sagte: “Londoner werden sich niemals von Terror einschüchtern lassen”, sagte Khan.

“Verbindung zum islamistischen Terrorismus”

Die britische Polizei durchsuchte im Zusammenhang mit dem Anschlag mehrere Wohnungen in London und Birmingham. Sieben Personen wurden verhaftet.

Bisher geht das Scotland Yard davon aus, dass der Täter auf eigene Faust gehandelt hat. Allerdings schließen die Behörden nicht aus, dass es Mitwisser gab.

Die Motive des Angreifers sind noch unklar. Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon geht allerdings davon aus, dass der Anschlag “in Verbindung zum islamistischen Terrorismus” steht. Das sagte er laut dem Fernsehsender BBD am Donnerstag.

Auf diesem Video ist der Auto-Angriff auf der Westminster Bridge zu sehen.

Hier hat die Attacke stattgefunden

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