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Italien: Raketenfirma Avio katapultiert sich an die Börse

Der italienische Raketenbauer Avio ist an der Mailänder Börse gestartet.

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Italien: Raketenfirma Avio katapultiert sich an die Börse

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Der italienische Raketenbauer Avio ist an der Mailänder Börse gestartet. Der Finanzinvestor Cinven, dem bisher gut 80 Prozent der Avio-Anteile gehören, will sich auf diesem Weg von seinen Aktien trennen.

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""Das Netz ist in 2,3 Jahren überall, mitten in der Wüste, mitten im Ozean""

Avio baut die europäische Trägerraketen Vega und liefert wichtige Teile für die größere Rakete Ariane 5 und deren Nachfolgerin Ariane 6. Der Börsengang sei der erste eines reinen Raketenherstellers überhaupt, heißt es bei Avio.

Avio-Unternehmenschef Giulio Ranzo:

„Unser Leben auf der Erde wird zunehmend bestimmt von Dienstleistungen, die aus dem Weltraum kommen. Jeder spricht in sein Handy, nutzt das GPS, am Morgen sieht er das Wetter auf Satelliten-Fotos. All dies ist nur ein Bruchteil dessen, was wir in naher Zukunft sehen werden. In 2 oder 3 Jahren werden wir das Internet-Signal aus dem Weltraum erhalten. Vorbei mit Wifi, der traditionellen Technologie für den Zugang zum Internet. Das Netz ist dann überall, mitten in der Wüste, mitten im Ozean.

Dann werden wir auch bessere Bilder aus dem Weltraum haben, mit hoher Auflösung, mit hoher Bildwiederholfrequenz. Das wird uns erlauben, die tatsächliche Entwicklung unseres Planeten sehr objektiv zu sehen.”

Er verspricht sich von der Börsennotierung neue Finanzierungsoptionen.

Die erste Notierung fällt zusammen mit der Verschmelzung von Avio mit dem Investment-Vehikel Space2, das bereits vorher an der Börse notiert war. Hinter Space2 stehen verschiedene italienische Investoren.

Die jetzt unter dem Namen Avio gelistete Aktie gewann in den ersten Stunden fast 9 Prozent an Wert.

Ranzo lockt die Anleger mit der Aussicht auf eine Dividende. Noch gebe es dazu aber keine Entscheidung. Er baut auf den weiter wachsenden Markt für Satellitentransporte ins All. In den kommenden fünf bis 10 Jahren dürfte sich die Nachfrage verdoppeln, zitiert er eine Studie.

Die Raumfahrt zieht seit einigen Jahren milliardenschwere private Investoren an. Vor allem Amazon-Chef Jeff Bezos, Tesla-Chef Elon Musk und der britische Unternehmer Richard Branson zielen ins All. Deren Ambitionen für den Weltraumtourismus hält Ranzo jedoch noch nicht für ein lebensfähiges Geschäftsmodell.

su mit dpa