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Atomabkommen: Europa unter Druck

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Atomabkommen: Europa unter Druck

Merkel
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REUTERS/Fabrizio Bensch
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Mit Sorge und scharfer Kritik ist der Ausstieg aus dem Atomabkommen international aufgenommen worden. Befürchtet werden eine steigende Kriegsgefahr, atomares Wettrüsten und schwerwiegende wirtschaftliche Folgen.

Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens wollen am Montag mit iranischen Vertretern einen Erhalt des Atomdeals erörtern.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel erklärte in beschwörendem Tonfall: "Wir werden diesem Abkommen weiterhin verpflichtet bleiben und versuchen, alles daran zu setzen, daß auch der Iran in Zukunft seine Verpflichtung einhält."

Deutschland, Frankreich und Großbritannien gehören zu den Unterzeichnern des Abkommens. Die britische Premierministerin Theresa May plädierte: "Das Nuklearabkommen mit dem Iran sollte fortbestehen. Diese Meinung teilen auch Kanzlerin Merkel und Präsident Macron."

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefonierte mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani und plädierte später sogar für eine Erweiterung des Abkommens. Dafür hätten Deutschland, Frankreich und Großbritannien ihren Außenministern bereits das Mandat gegeben.

Während Ruhani sich für den Fall einer "befriedigenden Lösung" eingeschränkt für den Erhalt des Abkommens stark machte, drohte der oberste iranische Führer Ajatollah Ali Chamenei seinerseits mit einem Ausstieg aus dem Atomdeal. Das EU-Trio müsse Teheran die konkrete Umsetzung des Abkommens gewährleisten, sagte Ali Chamenei: "Es wird jetzt behauptet, daß wir den Nukleardeal mit diesen drei europäischen Ländern fortsetzen können. Ich traue diesen drei Ländern nicht."

Die Chancen eines Erhalts des Abkommens ohne Washington dürften wesentlich davon abhängen, ob internationale Konzerne die Handelsbeziehungen mit Teheran trotz der angedrohten US-Sanktionen fortführen wollen und können.