18 Jahre Haft für belarussischen Oppositionsführer Tichanowski

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Von Andrea Buring  & Euronews
18 Jahre Haft für belarussischen Oppositionsführer Tichanowski
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Der belarussische Oppositionsführer Sergej Tichanowski kommt für 18 Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in Gomel befand ihn für schuldig, Massenproteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko organisiert zu haben. Neben ihm wurden weitere Aktivisten zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. 

Kritiker im In- und Ausland sprechen von einem Scheinprozess. Tichanowski wollte bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen Lukaschenko antreten, wurde jedoch vor dem Urnengang festgenommen.

Die Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja hatte vor der Urteilsverkündung angekündigt, ihren Ehemann, dem sich viele Belarussinnen und -russen angeschlossen hätten, weiter zu verteidigen. "Ich werde etwas sehr Schwieriges, ja vielleicht sogar Unmögliches tun: Ich werde den Moment schneller herbeiführen, wenn wir uns in einem neuen Belarus wiedersehen."

Tichanowskaja war an Stelle ihres Mannes selbst bei der umstrittenen Präsidentschaftswahl angetreten, bei der Lukaschenko zum Sieger ausgerufen wurde. Dieser hält seit 1994 an der Macht fest. Weil Tichanowskaja um ihre Sicherheit fürchtete, floh sie am Tag nach der Wahl ins Exil.

Seit August 2020 geht der belarussische Machtapparat brutal gegen Oppositionelle vor, Hunderte politische Gefangene sitzen in Gefängnissen. Unter ihnen ist auch Maria Kolnesnikowa, die für ihren Einsatz gegen das Regime unter anderem mit dem Vaclav-Havel-Preis ausgezeichnet wurde.