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Luanda: Ein Jazzmusiker auf Entdeckungsreise

Von Chris Burns  & Dinamene Cruz
Luanda: Ein Jazzmusiker auf Entdeckungsreise
Copyright  euronews

US-Jazzmusiker Gregory Hutchinson machte sich auf nach Luanda. Die Stadt feiert bald ihr 450-jähriges Bestehen. Vor der Ankunft der Portugiesen 1575 war Luanda ein Handelsposten der Königreiche Kongo und Ndongo.

Fünf Jahrhunderte später wird in Luanda die Geschichte wiederentdeckt, aufgearbeitet und angenommen. Man hofft, seine Stellung als eine DER alten Städte auf dem afrikanischen Kontinent festigen zu können.

An einem der vielen kulturell bedeutungsvollen Orte in Luanda findet so etwas wie eine Heimkehr statt: Schlagzeuger Hutchinson hat bereits mit Betty Carter, Wynton Marsalis, Joe Henderson und John Scofield gespielt.

Auf den Spuren der Geschichte

Hutchinson gab ein Konzert im Land seiner Vorfahren. Millionen von Menschen wurden als Sklaven aus dem heutigen Angola nach Amerika verschleppt. Es geht auch um den Widerstand gegen die Kolonisation und um Erneuerung in der heutigen Hauptstadt Angolas.

„Für mich war es großartig, hierher zu kommen, erleuchtet zu werden, herumzulaufen und die verschiedenen Sehenswürdigkeiten zu sehen. Das weckt einen auf und lässt einen erkennen, dass es noch so viel mehr zu lernen gibt“, so Hutchinson.

Er schaute sich das Sklavereimuseum an, in dem sich das Leid so vieler Menschen nachempfinden lässt. Ausgestellt werden unter anderem Ketten, die den Menschen angelegt wurden. „Für mich ist das der Beginn einer Reise. Es war wie ein Schlag ins Gesicht und jetzt gehe ich an die Arbeit“, sagte der Musiker.

„Jahrhundertelang Zeuge von Sklavenhandel"

Unterstützt wird er bei seiner Reise durch die Vergangenheit von Carlos Bumba, der Reisegruppen durch Luanda führt. „Willkommen zu unserem Rundgang auf den Wegen der Sklaverei. Dies ist ein Luanda, das jahrhundertelang Zeuge von Sklavenhandel, der Ausbeutung und Verschleppung von Menschen über den Atlantik wurde. Hier sehen Sie das Fenster, das den inhaftierten Sklaven kaum Frischluft zum Atmen verschaffte. Luanda weist Spuren auf, man findet Beweise, wo die Sklaverei stattgefunden hat, wo Sklaven in Ketten gelegt wurden, wo sie untergebracht waren,“ so Bumba.

Für ihn steht fest, „dass Angola auch zum Aufbau der amerikanischen Nation beigetragen hat. Die Essenskultur, die Sprache, die Tänze. Blues und Jazz sind afrikanische Rhythmen“, sagt er.

Erinnerung an Königin Njinga

Das Leiden unter der portugiesischen Herrschaft findet auch Ausdruck in der Geschichte von Königin Njinga, Angolas wohl bekanntester Königin. Sie besuchte erstmals im Jahr 1622 Luanda. Ihr Bruder, der damalige König von Ndongo auf dem Gebiet des heutigen Angolas, sandte seine Schwester, um mit der portugiesischen Regierung über Sklaverei zu verhandeln. Ein Leben lang leistete sie den Portugiesen Widerstand.

Das trägt dazu bei, dass die Königin-Njinga-Straße zu einer Sehenswürdigkeit in Luanda geworden ist, erläutert der Architekt Paulo Furtado.

„Wir haben hier die Bucht und wollen sie ein Stück weit abbilden, damit die Leute spazieren gehen und die Bucht genießen können. Ich glaube, dass wir mit diesem Projekt das Ziel erreichen können, die Menschen wieder in die Stadt zu bringen“, erläutert Furtado.

Für Hutchinson ist das ein weiterer Grund wiederzukommen: „Es war eine augenöffnende Erfahrung, die ich nicht vergessen werde.“