Macron: "Die USA könnten den Westen spalten"

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Von Louise Miner
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat in Washington heikle Gespräche zu führen
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat in Washington heikle Gespräche zu führen   -   Copyright  Alex Brandon/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.

Der französische Präsident ist in Washington, und trotz Beteuerungen zur festen Partnerschaft stehen heikle Themen an: Ein Konfliktpunkt zwischen Emmanuel Macron und Joe Biden ist dessen Inflation Reduction Act: Mit dem Gesetz wollen die USA ihre Industrie ankurbeln und ihr Land gegenüber ausländischen Wettbewerbern durch Subventionen bevorzugen. Washingtons Pläne könnten "den Westen spalten", so der französische Präsident.

John Kirby, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, nahm zum heiklen Thema Stellung: "Unsere europäischen Partner haben ihre Besorgnis über das Gesetz zum Ausdruck gebracht. Wir erwarten, dass dieses Thema besprochen wird, und wir begrüßen das. Der Präsident hat letzten Monat eine amerikanisch-europäische Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich speziell mit dem Inflationsschutzgesetz befasst. Wir wollen die Bedenken der Europäer besser verstehen und unsere Ansichten über das und insbesondere über saubere Energie offen austauschen können."

Laut Macron bestehe die Gefahr, dass die USA bei vielen Themen zuerst auf sich selbst schauen würden und dann auf ihre Rivalität mit China – um dann die Gemeinsamkeiten zu betonen.

Wenn ich nach Washington komme, dann mit einem Ziel: Der Verbindung gerecht zu werden, die unsere Geschichte zwischen uns geschmiedet hat, eine Allianz, die stärker ist als alles andere
Emmanuel Macron
Französischer Präsident

Letztes Jahr hatte es zwischen den Nato-Partnern ordentlich geknirscht, weil Frankreich wegen eines neuen Sicherheitsbündnisses im Indopazifik, an dem die USA beteiligt sind, ein Milliarden-Geschäft für U-Boote entging.