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Kroatien offiziell 20. Mitglied der Eurozone

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Von Stefan Grobe  & Christopher Pitchers
Die Eurogruppe - künftig mit Kroatien
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Kroatien wird offiziell das 20. Mitglied der Eurozone mit dem Euro als Gemeinschaftswährung.

Angesichts der steigenden Inflation und der tendenziell höheren Teuerung in den Euro-Ländern aufgrund der Aufrundung der Preise beim Beitritt zum Euro geschieht dies zu einem etwas ungünstigen Zeitpunkt.

Dennoch ist der Tag bedeutsam für ein Land, das 2013 der EU beitrat und in den 90er Jahren Teil eines brutalen bewaffneten Konflikt war.

Kroatien sieht den Euro-Beitritt auch als Indikator für die weitere europäische Integration: Dies ist ein großer Tag für die EU und für die Währungsunion, sagt Finanzminister Zdravko Marić. Der kroatische Beitritt sei auch ein klares Signal dafür, dass die europäische Integration trotz aller Herausforderungen weitergehe. Dies sei eine starke, positive Botschaft an alle Bürger und Kunden auf allen Märkten.

Während geopolitische Faktoren wie der Krieg in der Ukraine zu einer Schwächung des Euro führten, werden die langfristigen Aussichten für Kroatien im Euro als stabilisierend angesehen, und zwar politisch und wirtschaftlich.

Dies dürfte Investitionen potenziell erleichtern und die Umtauschkosten senken.

Offensichtlich sei ein Land wie Kroatien, das vor nicht allzu langer Zeit selbst unter Bürgerkrieg und großen Zerstörungen gelitten habe, heute ein vollwertiges Mitglied des inneren Kerns der EU, sagt Jacob Kirkegaard vom German Marshall Fund. Und als solches werde es mittel- und langfristig von einer viel niedrigeren Inflation, monetärer Stabilität, niedrigeren Zinssätzen und natürlich dem politischen Einfluss profitieren, den die Mitgliedschaft im Euro im Vergleich zur Nichtmitgliedschaft biete.

Kroatien wird am 1. Januar Vollmitglied des EZB-Rates, wenn es offiziell den Euro einführt.