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Qingdao lädt zum China Wealth Forum ein

Qingdao lädt zum China Wealth Forum ein
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China belegt weltweit aktuell Platz 2 der Wirtschaftsmächte und befindet sich an einem Scheidepunkt, an dem es die durch jahrelange sorgfältige Entwicklung, gründliche Reformen und innovative Wachstumsprogramme geschaffenen Gelegenheiten nutzen kann.

Eine wichtige Rolle bei diesem Aufstieg zur wirtschaftlichen Supermacht spielte eine Strategie, die gewisse Gebiete als „Pilotzonen“ der Entwicklung kennzeichnet.

Eine solche Zone ist beispielsweise Qingdao im Südwesten der Provinz Shandong. Die Metropolregion am gelben Meer hat mehr als 9 Millionen Einwohner, ist Wirtschafts- und Tourismuszentrum und bekannt für seine Filmindustrie, Meeresforschungszentren und historische Architektur. Außerdem in aller Welt bekannt ist die Biermarke Tsingtao, eine Erinnerung an deutsche Investitionen im späten 19. Jahrhundert. Immer mehr jedoch wird die Region auch zum Finanzzentrum und beliebten Veranstaltungsort für hochrangige Industrie-Events.

Vom 5. bis zum 7. Juli fand daher das 5. jährliche China Wealth Forum in Qingdao (Aussprache: „Tsching-Dau“) statt. In diesem Jahr stand das Treffen unter dem Motto „Vermögensgestützte Innovationen in der Frachtschifffahrt“.

Die Veranstaltung brachte internationale Führungspersönlichkeiten aus der Finanz- und Vermögensverwaltungswelt zusammen. Unter anderem waren hochrangige Mitglieder der nationalen Finanzaufsichtsbehörden und Führungskräfte internationaler sowie chinesischer Finanzinstitutionen und Vermögensverwaltungsunternehmen zu Gast.

Weiterhin nahmen Delegierte verschiedener chinesischer Städte und Schlüsselpersönlichkeiten aus Provinz- und Stadtverwaltungsbehörden mit einem im Finanzsektor angesiedelten Verantwortungsbereich an der Veranstaltung teil.

Das Forum bot eine offene Ideenschmiede, in der die in diversen Finanzhintergründen angesiedelten Gäste neueste Innovationen und Projekte der Finanzindustrie und der Vermögensverwaltungsbranche diskutieren konnten.

Organisiert wurde das Ganze von Caijing, einem chinesischen Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsmagazin, und den damit in Verbindung stehenden Think Tanks. Gastgeber war die Stadtverwaltung Qingdao. Das Forum bestand aus fünf Plenarsitzungen und neun Gipfelforen, während derer in diesem Jahr Themen wie Risikokapital, mobiles Bezahlen, Supply Chain Finance oder globale Vermögensaufteilung behandelt wurden.

Das Forum fungiert nicht nur als Werbeinstrument für Entwicklungsstrategien der chinesischen Vermögensverwaltungsbranche und für die damit einhergehenden Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft, sondern will auch die Schaffung einer fortschrittlichen und maßgeblichen Kommunikationsplattform unterstützen, in deren Rahmen zwischen Finanz-, Politik- und Unternehmenskreisen Diskussionen und der Austausch von Ideen stattfinden können.

Die jährliche Veranstaltung hat auch einen festen Platz in der erfolgreichen Förderung Qingdaos als Pilotzone der Vermögensverwaltung. China verdankt einen großen Teil seines unaufhaltsam scheinenden Aufstiegs den „Entwicklungszonen“, die in den 1970er Jahren ins Leben gerufen wurden, um freie Wirtschaftszonen zu schaffen, in denen internationale Unternehmen leicht Fuß fassen konnten. In den Jahren darauf, in denen ausländische Investitionen in ganz China stark zunahmen, wurde die Vorreiterrolle dieser Zonen weniger wichtig. Doch das System an sich gilt immer noch als Schlüsselfaktor für Chinas Wachstum, den fortschrittlichen Dienstleistungssektor, die verbesserte Infrastruktur und finanzielle Anreize in verschiedenen Branchen.

Qingdao wurde ebenfalls von dieser Strategie begünstigt, und ein 5-Jahres-Plan und die Einstufung als Pilotzone für finanzielle Reformen haben geholfen, die Stadt als internationales Finanzzentrum zu etablieren. Die Stadt ist dabei die erste Zone, die sich auf Vermögensverwaltung konzentriert. In dem im März 2019 veröffentlichten Bericht des Global Financial Centres Index erreicht Qingdao nach stetigem Aufwärtstrend den 29. von 100 Plätzen. Die Stadt eignet sich sowohl aufgrund ihrer aktuellen industriellen Lage als auch aufgrund des großen Hafens und des internationalen Flughafens als Finanzzentrum.

In der Zone wurden bereits mehr als 60 innovative Projekte ins Leben gerufen, und die Entwicklung verläuft weiter dynamisch. Der Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Qingdao 2018 verlieh der Stadt weiteren Auftrieb, und der chinesische Präsident Xi Jinping sprach im Rahmen des Gipfels von zukünftigen Entwicklungsrichtungen der Provinz Shandong, die von vielen als Anreiz für chinesische und internationale Investoren gesehen werden.

Die Umsetzung der während des SOZ-Gipfels geschaffenen Pläne hat zu schnelleren Veränderungen und damit auch zu einer tiefergreifenden Zusammenarbeit im Handel und zu einer Optimierung des Unternehmensumfelds geführt. In den Bereichen neue und alte Umwandlung kinetischer Energie, wissenschaftliche und technologische Innovation, künstliche Intelligenz und High-end-Fertigungsindustrie wurden große Fortschritte gemacht.

Qingdao wird in Zukunft auch zum Innovationszentrum für die Frachtschifffahrt werden, aber um die Stadt zu einem internationalen Vermögensverwaltungszentrum zu machen, braucht es das dynamische Finanzsystem der Pilotzone. So wird Qingdao seine Position in China weiter ausbauen und die Wirtschaft des Landes stärken können.