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Qingdao stärkt florierende Kooperation mit Deutschland in den Bereichen Kultur und Wirtschaft

Qingdao stärkt florierende Kooperation mit Deutschland in den Bereichen Kultur und Wirtschaft
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„China wird seine offenen Türen nicht schließen, sondern weiter und weiter öffnen“, sagte der chinesische Staatspräsident Xi Jinping. Ein Schlüsselfaktor in diesem Plan ist Qingdao – die Stadt, deren Namen wörtlich übersetzt „grüne Insel“ heißt, soll zum Knotenpunkt der neuen wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Asien und Europa werden.

Qingdao liegt in der ostchinesischen Provinz Shandong am Gelben Meer und wird vor allem in kreativschaffenden und technischen Branchen ein immer beliebterer Standort. Im letzten Jahr erhielt die Stadt ausländische Investitionen in Höhe von mehr als 98 Milliarden US-Dollar aus Handelsverträgen mit 216 verschiedenen Ländern und Regionen auf der ganzen Welt. Der wichtigste europäische Handelspartner Qingdaos ist dabei Deutschland mit einem Import- und Exportvolumen von insgesamt 2,37 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr.

Im Juni reiste eine Delegation aus der Stadt nach Deutschland, um die kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter zu fördern. Die Gruppe um den Generalsekretär des Stadtkomitees Zhu Hua reiste unter anderem nach Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und Kiel und besuchte Unternehmen sowie lokale Institutionen, um für eine freundschaftliche Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Kultur zu werben.

Im Museum für Hamburgische Geschichte besuchte die Delegation die Fotoausstellung „Qingdao – Insel der Jugend“ mit Bildern vom aus Qingdao stammenden Fotografen Fa Lei und anderen, die die Stadt von ihrer modernen, dynamischen und stylishen Seite zeigen. Ebendiesen Eindruck will auch der „Greetings from Qingdao“ Business-Bus vermitteln, der während des Sommers verschiedene europäische Städte besuchen wird.

Die Verbindung zwischen Qingdao und Deutschland geht bis in das Jahr 1861 zurück, als China und Deutschland formale Beziehungen aufnahmen. Die fortschreitende Globalisierung mit ihrer Prioritätsverschiebung von Rohstoffen hin zu wissenschaftlicher und technischer Innovation hat diese Beziehung weiter verstärkt. „Je komplexer und veränderlicher die Situation ist, desto wichtiger sind Kommunikation und Austausch“, so ein Sprecher der Stadt Qingdao, der mit der Delegation reiste. Die Gruppe besuchte die Frankfurter Börse, die Universität Hamburg und den Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Qingdao selbst hat ein großes Berufsbildungsangebot, sodass in diesem Bereich kooperiert werden könnte. „Wir werden uns weiter öffnen, um Investitionen anzuregen und miteinander zu verhandeln und zu kooperieren, damit Qingdao weltweit als freundlicher Partner bekannt wird.“

Offen, modern, dynamisch und stylish – diese vier Wörter sollen Qingdao beschreiben, eine Stadt, die über ihren Tellerrand blickt und stets offen für neue Erfahrungen ist. Die Küstenstadt blickt auf eine reiche Kulturgeschichte zurück und hat mit Bergen, Stränden, Wäldern und Inseln auch landschaftlich viel zu bieten. Die dynamische, moderne und internationale Metropole nimmt einen wichtigen Platz in der chinesischen Öffnungspolitik ein und will mit einem Meer aus Wolkenkratzern einen jungen, lebenswerten Eindruck vermitteln. Einige deutsche Unternehmen haben dort bereits Niederlassungen: Neben dem dort im letzten Jahr errichteten Werk des Gemeinschaftsunternehmens FAW-Volkswagen eröffnete im April auch die Endmontagelinie von Airbus-H135-Helikoptern in Qingdao, die 2016 im Beisein von deutschem und chinesischem Regierungspersonal beschlossen wurde.

Der von Qingdao festgelegte Fokus auf Innovation soll von den Säulen Industrie, Kapital, Talent und Technologie getragen werden. Im Mai fand in der Stadt die Global Venture Capital Conference statt, an der 1000 Risikokapitalgeber und Geschäftsleute teilnahmen. Auf der Konferenz wurden auch zehn neue Richtlinien von der Stadt bekannt gegeben, die in der Zukunft ausländisches Risikokapital nach Qingdao bringen und die Bedingungen für Investitionen und Handel verbessern sollen. Aktuell wird eine internationale Fashion City gebaut, die mit ihren multikulturellen Einflüssen und ihrem dynamischen Umfeld junge Leute anlocken will, damit diese sich dort niederlassen und neue Unternehmen gründen. Weiterhin ist Qingdao auch als City of Film bekannt – insgesamt befinden sich dort über 40 hochmoderne Filmstudios, die auf internationalem Niveau agieren.

Deutschland fungiert in Qingdao als größter europäischer Investor und hat bereits 2,6 Milliarden US-Dollar in 356 Projekte investiert (Stand: Ende März 2019). Zahlreiche Verbindungen, auch außerhalb der Wirtschaft, bestehen zwischen Deutschland und der Stadt: Das internationale Bierfestival dort zeigt das gemeinsame Interesse an der Brauerei, und einige deutsche Städte haben bereits Beziehungen zu Qingdao aufgebaut, darunter Regensburg, Mannheim und Düsseldorf. Bayern München hat in der chinesischen Stadt eine Fußballschule aufgebaut, und der Deutsch-Chinesische Ökopark ist das erste nachhaltige Projekt seiner Art. Der Park wurde als „vorbildhaftes ökologisches Gemeinschaftsprojekt der chinesischen und deutschen Regierung und ideales Beispiel der bilateralen Kooperation“ bezeichnet.

Kooperationen können heutzutage vielfältige Formen annehmen, und Deutschland und Qingdao arbeiten bereits auf mehr Gebieten als nur in der Wirtschaft gut zusammen – der kulturelle Austausch schreitet bereits seit Jahren voran und wird auch in Zukunft weiter Früchte tragen. Der nächste wichtige Termin ist die Qingdao German Business Week. Dort wird es wieder Gelegenheiten geben, die internationale Freundschaft zu vertiefen und neue, kreative Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu entwickeln.