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Vereinigte Arabische Emirate und die EU: Eine wachsende Partnerschaft

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Vereinigte Arabische Emirate und die EU: Eine wachsende Partnerschaft
Copyright  euronews   -   Credit: Dubai Tourism
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Während die Welt sich langsam wieder öffnet, werfen wir einen Blick auf die bilateralen Beziehungen zwischen der EU und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dazu hat euronews-Reporterin Jane Witherspoon mit dem EU-Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate Andrea Mateo Fontana gesprochen.

Euronews-Reporterin Jane Witherspoon:
EU-Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate Andrea Mateo Fontana. Können Sie uns zuerst etwas über Ihre Rolle hier erzählen?

Andrea Matteo Fontana, EU-Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate:
Danke Jane, natürlich. Wir eröffneten 2013 unsere EU Delegation hier. Wir wollten unsere Zusammenarbeit mit dem Land verstärken. Meine Rolle ist also, die bilateralen Beziehungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zu intensivieren, aber auch den Menschen hier zu vermitteln, was die Europäische Union macht.

Euronews:Wir würden Sie die Beziehungen zwischen der EU und den Vereinigten Arabischen Emiraten beschreiben?

Andrea Matteo Fontana:Die Beziehung ist gut, sie wächst. Sie hat Potenzial und ist strategisch wichtig. Wir wollen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten in vielerlei Hinsicht zusammenarbeiten. Wir gehören zu den wichtigsten Handelspartnern. Vergangenes Jahr betrug das bilaterale Handelsvolumen 50 Milliarden Euro. Damit gehören wir zu den drei wichtigsten Handelspartnern des Landes. Für uns sind Investitionen wichtig. Es gibt zahlreiche europäische Investoren hier. Aber es geht auch um die Zukunft, wie können wir Wissen und Erfahrungen mit dem Land austauschen. Ich denke da auch an wirtschaftliche Diversifikation. Das ist eine wichtige Sache für die Vereinigten Arabischen Emirate. Das Land will eine breitere Aufstellung seiner Wirtschaft und nicht nur von Öl abhängig sein.

Euronews:Sie erwähnten Schlüsselstrategien und ganz besonders den Handel und die Wirtschaft. So ein Vorstoß ist doch aber in der derzeitigen Situation schwierig. Wir alle sind von der Pandemie betroffen. Vor welchen Herausforderungen stehen denn diese Bereiche?

Andrea Matteo Fontana:Die Krise hat gezeigt, wie wichtig die Globalisierung ist. Aber wenn dann eine Krise wie diese eintritt, dann hat das große Auswirkungen auf die Wirtschaft, den Warenverkehr und man muss sicherstellen, dass alles am richtigen Ort landet - das ist sehr schwer zu lösen. Ich denke, wir brauchen, Schutz aber keinen Protektionismus. Wir wollen keine Isolation. Wir wollen weiterhin eine weltweite Zusammenarbeit.

Euronews:Viele Auswanderer aus der EU leben hier. Wie wichtig ist Ihre Vertetung hier. Ihre Arbeit geht hinter den Kulissen ja weiter?

Andrea Matteo Fontana:
April war für uns alle unglaublich intensiv. Vor allem für die Kollegen in den Botschaften. Sie versuchten, Flüge zu finden, um Bürger in ihre EU-Staaten zurückzubringen. Das war eine enorme Anstrengung, die die EU gemeinsam mit den Mitgliedsstaaten und Ländern rund um den Globus unternommen hat. So konnte mehr als eine halbe Million Touristen nach Hause gebracht werden. Jetzt ist die größte Herausforderungen für die Auswanderer, wieder zurückzukommen. Ich denke aber, dass mit der schrittweisen Öffnung des Landes und den Sicherheitsmaßnahmen, die die Vereinigten Arabischen Emirate an den Flughäfen eingeführt haben, in den kommenden Woche das Problem gemeinsam gelöst werden kann. Was sehr gut funktioniert hat, war dass hier viele Tests den hier lebenden Menschen zur Verfügung gestellt wurde. Das war einer der entscheidenden Gründe dass das Land sich wieder öffnet und Dubai wieder Touristen empfängt.

Euronews:Was ist die Rolle der EU in Europa nach der Krise und welchen Teil werden die Vereinigten Arabischen Emirate spielen? Gibt es einen Wiederaufbauplan aus der Krise?

Andrea Matteo Fontana:Für Europa besteht die Herausforderung darin, gemeinsam aus der Krise zu kommen. Wir haben schrittweise die Bewegungseinschränkungen gelockert, die es ja aus Sicherheitsgründen gab. Die EU öffnet sich also wieder. Sie können sich innerhalb der EU frei bewegen. Wir haben auch außerhalb der EU versucht, Solidarität mit Ländern zu zeigen, die weniger als Europa haben.

Euronews:
Weltweit hat die Wirtschaft einen Einbruch durch die Pandemie erlitten. Welche Strategien müssen nun zum Einsatz kommen, um sicherzustellen, dass wir es aus der Krise schafffen?

Andrea Matteo Fontana:Es wird eine Herausforderung für uns alle. Die Wirtschaft hat es schwer getroffen. Das muss man so ehrlich sagen. Es ist die schwerste Krise, die die EU in ihrer ganzen Geschichte erlebt hat. Das Bruttoinlandsprodukt ist in einigen Mitgliedsstaaten und vielen anderen Staaten weltweit zwischen 5 und 10 Prozent eingebrochen. Das ist beispiellos seit der Großen Depression zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Das zeigt, wie groß die Herausforderungen sind. Viele Menschen verlieren ihre Jobs, viele Firmen machen dicht. Das ist die Chance für Regierungen zu zeigen dass ein gutes Krisenmanagement wirklich etwas bewegen kann. Auf EU-Ebene haben wir eine neues Maßnahmenpaket vorgeschlagen. Dieses sollen mit 750 Milliarden Euro finanziert werden- Das ist eine große Summe Geld, die da zur Verfügung gestellt wird. Dieser Vorschlag, der noch von den Mitgliedsstaaten abgesegnet werden muss, zielt auf die zukünftige Wirtschaft.

Euronews:
Aber wieviel Kontrolle sollte den nationalen Regierungen, besonders in Europa überlassen werden, damit sie es selbst wieder auf die Beine schaffen?

Andrea Matteo Fontana:Die Mitgliedstaaten bleiben für ihre wirtschaftlichen Entscheidungen verantwortlich. Die EU unterstützt sie dabei, sie diktiert ihnen aber nichts. Ich denke, das Wichtigste ist es, eine gemeinsame Antwort auf ein gemeinsames Problem zu finden. Und dann können wir gemeinsam durch diese Krise navigieren. Aber es kann nicht nur ein Rezept für alle Mitgliedsstaaten geben, denn jede Wirtschaft ist anders, die Bevölkerungen sind unterschiedlich. Wir müssen den Ländern ein gewisses Maß an Spielraum lassen, um die beste Lösung zu finden.

Euronews:In Dubai wird die Expo 2020 nun erst im kommenden Jahr stattfinden. Wie kann dies ein Erfolg werden, der auch zur lokalen Wirtschaft beiträgt?

Andrea Matteo Fontana:Ich werde der Generalbeauftragte für die EU während der Expo sein. Ich denke, es ist schwer vorauszusagen, was bis nächstes Jahr passieren wird. Meiner Meinung nhach wird die Expo 2020 eine der ersten globalen Veranstaltungen nach der Pandemie sein. Dank der Bemühungen, die wir in die Impfstoffsuche investieren. Deshalb wird es eines der ersten Events sein, wo wir Erfahrungen austauschen und voneinander lernen können. Aus diesem Grund finde ich das Motto immer noch sehr passend: "Köpfe verbinden, die Zukunft schaffen". Wir schauen uns gemeinsam an, wie man eine Zukunft schaffen kann, die nachhaltiger und solidarisch ist.