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Dubai Airshow: Nachhaltigkeit und Innovation stehen im Mittelpunkt

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Von Natalie Lindo, Jane Witherspoon, Sabine Sans
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Dubai Airshow: Nachhaltigkeit und Innovation stehen im Mittelpunkt
Copyright  euronews   -   Credit: Dubai

Die Dubai Airshow ist eine der weltweit größten Fachmessen für Luft- und Raumfahrt und eine der ersten Veranstaltung seit der Covid-19-Pandemie in der Luftfahrtindustrie. Es gibt ehrgeizige Pläne zur Ankurbelung des Sektors. Nachhaltige und innovative Technologien treiben die Industrie weltweit voran. Darum geht es in diesem Business-Line-Special.

Auf der Veranstaltung trafen sich Experten der Luftfahrtbranche, um sich wieder zu vernetzen und einen nachhaltigen Aufschwung zu erreichen. Das wird als positiver Indikator für eine Branche gewertet, die zwei turbulente Jahre hinter sich hat.

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Dubai Airshoweuronews

Die International Air Transport Association (IATA) sagt voraus, dass die Covid-19-Krise die weltweite Luftfahrtindustrie zwischen 2020 und 2022 175 Milliarden Euro an Verlusten kosten wird.

Timothy Hawes, Geschäftsführer von Tarsus Middle East, dem Organisator der Dubai Airshow, sagte, es sei ein Signal, dass die Luftfahrtindustrie wieder zusammenfindet und in Dubai willkommen geheißen wird, sowie ein Vertrauensbeweis für die Branche.

Die Fluggesellschaften haben ihre Flugnetze Schritt für Schritt wieder geöffnet, da die Reisebeschränkungen allmählich aufgehoben werden und sie eine Rückkehr zu einer gewissen Normalität sehen.

Ein vielversprechendes Zeichen für den Aufschwung ist die Prognose von Airbus, dass die Luftfahrtindustrie in den nächsten 20 Jahren rund 39.000 Flugzeuge benötigen wird, wofür mehr als 550.000 neue Piloten und über 710.000 Techniker ausgebildet werden müssten.

Obwohl die Branche optimistisch ist, droht die Gefahr, dass ein Anstieg der weltweiten Covid-Infektionen zu weiteren Schließungen führt. Die Veranstaltung vermittelte den Eindruck, dass die Branche robust ist und die schwierigste Zeit ihrer Geschichte hinter sich gelassen hat.

Nach zweiwöchigen Diskussionen haben sich Staats- und Regierungschefs am Ende des COP26-Gipfels auf einen Klimapakt in Glasgow geeinigt. Nur 20 Kilometer davon entfernt, entlang des Forth and Clyde Canal, wird an einem innovativen Pionierprojekt gearbeitet.

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Kanal in Glasgoweuronews

Die Stadt spielte eine wesentliche Rolle in der industriellen Revolution Großbritanniens, in der die Nutzung von Kohle zu Kohlenstoffemissionen führte, die zum weltweiten Klimawandel beitrugen.

Zeitgleich mit der COP26 wurde der erste intelligente Kanal Europas in Betrieb genommen, um Überschwemmungen in einer der regenreichsten Städte Großbritanniens zu kanalisieren. Die Regenfälle in Glasgow werden Prognosen zufolge in den nächsten 50 Jahren um weitere 30 Prozent zunehmen.

Peter Robinson, Leiter der technischen Abteilung von Scottish Canals, sagte, man habe die Methoden des 21. Jahrhunderts auf eine Anlage aus dem 18. Jahrhundert angewandt:

"Der intelligente Teil besteht darin, die Daten aus den Vorhersagen zu nutzen und die Pegelstände und Durchflüsse im Kanalnetz sowie die Wasserqualität zu messen und zu analysieren, damit das Wasser vor einem Hochwasserereignis sinken und ins Meer abfließen kann, bevor es zu regnen beginnt", erklärte er.

Die so geschaffene freie Kapazität kann dann einen Teil des Regenwassers zurückhalten, um eine Überflutung des Stadtzentrums zu verhindern, das etwa 15 Minuten zu Fuß entfernt ist.

Verringerung der CO₂-Emissionen

Einer der Hauptschwerpunkte der COP26 war die Verringerung der Kohlenstoffemissionen - ein komplexes Thema in der weltweiten Luftfahrtindustrie, die für etwa 2,5 % der CO₂-Emissionen verantwortlich ist. Auf der Luftfahrtmesse in Dubai konzentrierten sich viele der 1200 Aussteller auf die Einführung neuer Technologien, um eine Zeit der Nachhaltigkeit und Innovation einzuleiten.

Die Luftfahrtindustrie hat zwei schwierige Jahre hinter sich, aber viele haben das als Chance für eine grüne und nachhaltige Zukunft gesehen.

Letzten Monat gab die International Air Transport Association (IATA) bekannt, dass die weltweite Luftverkehrsbranche hofft, bis 2050 einen Netto-Null-Emissionsausstoß zu erreichen.

Colin Mahoney, Präsident Kunden- und Account-Management bei Collins Aerospace, erklärte, dass man an der Entwicklung verbesserter Systeme arbeite. "Unsere Luftfahrttechniker sorgen dafür, dass die Flugzeuge so effizient wie möglich von A nach B fliegen. Wenn man sich unsere Flugzeugstrukturen anschaut, investieren wir jetzt in die Entwicklung stromlinienförmiger Flugzeugstrukturen, die in verschiedenen Temperaturbereichen arbeiten können", sagte er Euronews.

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Saab war einer der vielen Aussteller auf der Luftfahrtmesse, die sich zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele verpflichtet haben. Anders Carp, stellvertretender Geschäftsführer von Saab, sagte: "Wir haben uns dem Wettlauf zur CO₂-Neutralität angeschlossen. Es wurden wissenschaftlich fundierte Ziele dafür festgelegt. Wir freuen uns auf die nächste Phase, in der wir genau definieren werden, wie wir das erreichen wollen. In dieser Branche ist vieles machbar, was wir uns heute noch überhaupt nicht vorstellen können, weil der Fortschritt so rasant vonstattengeht."

Hersteller und Fluggesellschaften wiesen darauf hin, dass diese umweltfreundlichen Anpassungen für die Passagiere nicht spürbar sein werden, sondern Teil einer kontinuierlichen Entwicklung hin zu nachhaltigerem Reisen sind.