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Schweiz eröffnet Strafverfahren gegen FIFA-Chef Blatter

Im FIFA-Skandal wird nun auch gegen Joseph Blatter selbst ermittelt. Die schweizerische Bundesanwaltschaft hat gegen den Präsidenten des

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Schweiz eröffnet Strafverfahren gegen FIFA-Chef Blatter

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Im FIFA-Skandal wird nun auch gegen Joseph Blatter selbst ermittelt.

Meinung

"Joseph Blatter wurde als Beschuldigter einvernommen."

Die schweizerische Bundesanwaltschaft hat gegen den Präsidenten des Fußballweltverbands ein Strafverfahren eröffnet.

Dabei geht es um den Vorwurf ungetreuer Geschäftsbesorgung, möglicherweise auch Veruntreuung.

Blatter hatte schon im Juni seinen Rückzug angekündigt, nach den spektakulären Festnahmen höchster FIFA-Vertreter. Damals aber wurde noch nicht gegen ihn persönlich ermittelt.

Blatter steht zum einen unter Verdacht, er habe 2005 mit dem karibischen Fußballverband einen Vertrag über Fernsehrechte geschlossen, der für die FIFA nachteilig war.

Das berichtete vor zwei Wochen das schweizerische Fernsehen in der Nachrichtensendung “10 vor 10”.

Der Vertrag trägt Blatters Unterschrift, ebenso wie die von Jack Warner – einst ein FIFA-Vize und Fußballchef in der Karibik, inzwischen aber als Skandalfunktionär entlarvt und zurückgetreten.

Eine Reaktion der FIFA wenige Tage später warf eher noch mehr Fragen auf.

Darin warf die FIFA dem Karibikverband Vertragsverstöße vor ; dies habe 2001 zur Kündigung geführt.

Ein Anwalt Blatters in den USA bestreitet den Vorwurf und teilt mit, der Vertrag sei ordnungsgemäß vorbereitet und verhandelt worden.

Für Kritiker wurden hier aber wertvolle Fernsehrechte für Weltmeisterschaften verschleudert.

Zum anderen soll Blatter verantwortlich sein für eine treuwidrige Zahlung an Michel Platini, den Chef des Europaverbands UEFA.

Dabei geht es um zwei Millionen Franken, laut Bundesanwaltschaft angeblich für zwischen 1999 und 2002 geleistete Dienste.

Die Ermittler durchsuchten heute Blatters Büro am FIFA-Sitz in Zürich, während dort das Exekutivkomitee des Verbands tagte.

Platini wurde nach dem Treffen auch gleich als Zeuge verhört, Blatter als Beschuldigter.

Die FIFA teilte dazu nur mit, sie arbeite schon seit Mai mit den Behörden zusammen und stelle alle verlangten Informationen zur Verfügung.

Neben den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft laufen auch weitere Untersuchungen gegen die FIFA in den USA.

Auf amerikanischen Antrag waren im Mai mehrere hohe und höchste FIFA-Funktionäre festgenommen worden, ebenfalls in Zürich, direkt vor dem damaligen Verbandskongress.

Für die Sendung “Heute Show” im deutschen Sender ZDF war das ein dankbarer Gegenstand ihrer Satire:

Die US-Behörden ermitteln gegen die Festgenommenen wegen ähnlicher Vorwürfe; unter den Beschuldigten ist auch Warner, dazu ein weiterer ehemaliger FIFA-Vizepräsident.