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Belgien: Zweiter Flughafen-Attentäter war Najim Laachraoui

Die Behörden in Belgien haben den zweiten Selbstmordattentäter vom Brüssler Flughafen als Najim Laachraoui identifiziert. Er war auch im Zusammenhang

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Belgien: Zweiter Flughafen-Attentäter war Najim Laachraoui

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Die Behörden in Belgien haben den zweiten Selbstmordattentäter vom Brüssler Flughafen als Najim Laachraoui identifiziert. Er war auch im Zusammenhang mit den Paris-Anschlägen gesucht worden, er soll ein enger Verbündeter des gefassten Terrorverdächtigen Salah Abdeslam gewesen sein.

Nach dem Mann, der auf dem Fahndungsfoto vom Flughafen eine Mütze trägt, wird noch gesucht, der andere Flughafen-Attentäter war Ibrahim El Bakraoui, dessen Bruder Khalid sich in der U-Bahn-Station Maelbeek in die Luft sprengte.

Der 24-Jährige Laachraoui stammt aus Marokko, er siedelte als Kind in den Brüsseler Stadtteil Schaerbeek um, wo am Dienstag ein mutmaßlicher Unterschlupf der Attentäter ausgehoben wurde.

Laachraoui soll im Februar 2013 nach Syrien gereist sein. Anfang September 2015 geriet er – mit falscher Identität unter dem Namen Soufiane Kayal – zusammen mit Salah Abdeslam und Mohamed Belkaid in eine Kontrolle an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich.

An vielen Orten in der Region Brüssel wird nach weiteren Terrorverdächtigen gesucht, etwa in Anderlecht. Unterdessen machte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den belgischen Behörden schwere Vorwürfe. Die Türkei habe den späteren Attentäter Ibrahim El Bakraoui vergangenes Jahr in der südtürkischen Stadt Gaziantep gefasst und an Brüssel ausgeliefert.

“Wir haben die belgische Botschaft darüber informiert, dass wir am 14. Juli 2015 die genannte Person ausgewiesen haben. Trotz unserer Warnungen, dass es sich bei dieser Person um einen ausländischen terroristischen Kämpfer handelte, konnte Belgien keine Verbindung zum Terrorismus herstellen.”

Belgien, so Erdoğan, habe El Bakraoui fahrlässigerweise laufen lassen. Belgiens Justizminister Koen Geens verteidigte das Vorgehen der belgischen Behörden.

“Das habe ich heute abend erst erfahren. Es war definitiv keine Auslieferung. Das ist etwas völlig anderes. Es ist eine Rücksendung von der syrischen Grenze. Es handelte sich um jemanden, der uns zu dieser Zeit nicht für Terrorismus bekannt war.”

Laut Geens habe El Bakraoui keine terroristischen Straftaten in Belgien begangen, er sei lediglich als normaler Straftäter auf Bewährung bekannt gewesen. Außerdem habe die Türkei ihn nicht nach Belgien, sondern seines Wissen an die Niederlande ausgeliefert. Die Niederlande prüfen die Aussage.


Fahndungsaufrufe der belgischen Polizei