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Regierung: "Brexit" würde Briten "dauerhaft ärmer", machen

Harte Bandagen gut zwei Monate vor dem Referendum über Großbritanniens Zukunft in der Europäischen Union (EU): Ein Austritt aus der EU würde

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Regierung: "Brexit" würde Briten "dauerhaft ärmer", machen

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Harte Bandagen gut zwei Monate vor dem Referendum über Großbritanniens Zukunft in der Europäischen Union (EU): Ein Austritt aus der EU würde britische Haushalte rund 5.400 pro Jahr kosten und Großbritannien “dauerhaft ärmer” machen, warnte der britische Finanz- und Wirtschaftsminister George Osborne. Die Regierung hat eine Langfrist-Bewertung der wirtschaftlichen Kosten eines “Brexit” ausgearbeitet. Der Staat würde vermutlich 45 Milliarden Euro Steuern jährlich einbüßen, so Osbornes Ministerium.

Meinung

Wir umarmen niemanden, der das nicht wünscht

Nach einer aktuellen Meinungsumfrage sind immer mehr Briten unentschlossen: Laut ComRes-Institut (für die “Sun”) wissen derzeit 17 Prozent von 1.002 Befragten nicht, ob sie am 23. Juni für oder gegen den Brexit stimmen würden.

Die Zahl der Unentschlossenen ist im Vergleich zu den Umfragewerten im März um sechs Prozentpunkte gestiegen. “Es gibt immer noch erhebliche Unsicherheiten über die Abstimmung”, erklärte Tom Mludzinski von ComRes die deutlich steigende Zahl der Unschlüssigen. Die Kampagnen beider Lager seien unklar und verwirrend.

Derweil kann das Lager der Brexit-Gegner dieser Umfrage zufolge seine knappe Führung behaupten. So würden derzeit 45 Prozent gegen den EU-Austritt Großbritanniens stimmen, 38 Prozent würden ihn hingegen befürworten.

Einer sagte jetzt laut und deutlich “drinbleiben”: Der britische Oppositions-Chef Jeremy Corbyn. Der überwältigende Teil seiner Labour-Partei
unterstütze seinen Kurs, sagte Corbyn in seiner ersten großen Rede
vor dem «Brexit»-Referendum am 23. Juni. Corbyn hatte in der Vergangenheit häufig eher einen Europa-skeptischen Kurs verfolgt.

Die Differenzen gehen durch alle Parteien. Besonders in der konservativen
Partei von Premierminister David Cameron – der für den Verbleib
kämpft – gibt es viele Anhänger eines Austritts. Selbst im
Kabinett herrscht Streit in dieser Frage.

Eine Gruppe von hauptsächlich deutschen und
österreichischen Expats in London hat eine Internet-Aktion gegen
einen drohenden Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit)
gestartet.

Unter dem Hashtag «Hugabrit» – «Umarme einen Briten»
fordern sie EU-Bürger, die in Großbritannien leben, dazu auf, Fotos
von sich und einem Bürger des Vereinigten Königreichs in Sozialen
Medien zu posten. Eine von britischen Journalisten häufig geäußerte Befürchtung, scheue Briten müssten nun damit rechnen, von wildfremden Menschen auf der Straße umarmt zu werden, kann Christine Ullmann, eine der Initiatorinnen, zerstreuen: «Wir umarmen niemanden, der das nicht wünscht.»

su mit Reuters dpa