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Flüchtlingslager in Griechenland: Warten und hoffen

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Flüchtlingslager in Griechenland: Warten und hoffen

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*Allein zwischen Januar und Mai 2016 sind bei der Mittelmeer-Überfahrt mehr als 2.500 Menschen ertrunken oder verschollen. Im April sank aufgrund des Abkommens mit der Türkei die Zahl der Neuankömmlinge in Griechenland um 90 Prozent. In Italien gab es hingegen einen Anstieg.*

Skaramangas ist eines von 35 griechischen Flüchtlingscamps. An die 3000 Menschen haben hier auf diesem Marinestützpunkt Zuflucht gefunden. In den kommenden Monaten wird sich das Lager noch vergrößern, da noch mehr Familien kommen sollen. Die griechische Marine organisiert drei Mal pro Tag Essensausgaben. Das Rote Kreuz hat eine Praxis eingerichtet und verteilt alle zehn Tage Hygiene Kits.

Matina Nakopoulou arbeitet für das Rote Kreuz. Sie erzählt: “Sie werden länger hier bleiben. Wir müssen also Aktivitäten für sie organisieren. Unterricht für die Kinder und Versammlungen für die Frauen, damit sie die Möglichkeit haben sich auszutauschen und uns sagen können, was sie brauchen.”

Das Camp wurde im April eröffnet. Der Großteil der Menschen hier kommen aus Syrien, aber manche sind auch aus Afghanistan un dem Irak. Die Stimmung ist angespannt. Alle wollen Griechenland so schnell wie möglich verlassen. Eine Frau sagt: “Ich hoffe, dass wir nicht lange hier sind. Sie sagen, dass wir zwei Monate lang bleiben müssen. Wir werden warten, aber ich hoffe, dass wir früher gehen können.”

Bahija ist mit ihren vier Töchtern aus Aleppo geflohen. Sie will zu ihrem 21-jährigen Sohn, der bereits in Deutschland ist. Derzeit lebt die Familie in einem Container. Die Bedingungen sind vergleichweise gut. Jeder Container hat Wasser, Strom und ein Badezimmer. Bahija macht sich Sorgen. Sie weiß nicht, wie es weitergehen soll. “Was für eine Zukunft haben wir, wenn wir so leben? Syrien ist zerstört und unser Haus ebenfalls. Wir haben keine Zukunft,” so Bahija.

Nach der Schließung der Balkanroute steckten mehr als 50.000 Menschen in Griechenland fest. Die Behörden in Athen kamen kaum nach mit der Bearbeitung der Asylanträge.

Aid Zone - Greece

Euronews-Journalistin Monica Pinna hat sich mit Evangelos Petratos unterhalten. Er arbeitet für die Europäische Kommission. Sie hat ihn gefragt: “Wir haben es hier in Griechenland mit einer großen Flüchtlingskrise zu tun und ihre Handhabung ist ziemlich umstritten. Es ist eine Herausforderung für Europa. Was sind jetzt die Prioritäten?”

Er antwortete: “In Europa haben wir zum ersten Mal so eine Situation. Aus diesem Grund hat die EU-Kommission für humanitäre Hilfe 700 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre eingeplant. Davon wurden bereits 83 Millionen Euro bereitgestellt. Unser Ziel ist, diesen Menschen zu helfen, damit sie während ihrer Zeit hier in Griechenland anständig leben können.”

Rund 15.000 Menschen sind rund um Athen gestrandet seit die Grenze im Norden geschlossen wurde. Wir wollten sehen, wie sie zurechtkommen und haben eines der improvisierten Camps in Elliniko, in der Nähe der Hauptstadt, besucht.”

Während der Olympiade 2004 wurden in Elliniko die Baseball- und Hockey-Spiele ausgetragen. In den Stadien und Gebäuden, die seitdem leer standen, sind jetzt Flüchtlinge eingezogen. Der dänische Flüchtlingsrat erlaubte uns Zugang zu Elliniko II, dem alten Flughafen.
Kyriakos Giaglis, der für die dänische Organisation arbeitet, gab uns eine Führung: Dies ist eine offizielle Stätte. Die Zahl der Menschen hier ist aufgrund der Bedingungen zurückgegangen. Es gibt keine Fenster und keine Belüftung. Es ist also nicht für den Sommer geeignet. Die Einwanderungsbehörde versucht, Lager zu bauen, die angemessen sind. Es werden Anstrengungen unternommen, aber es ist ein langwieriger Prozess.”

Die Familien hier wollen weiter nach Nordeuropa. In diesem alten Flughafenterminal gibt es lediglich zwölf Toiletten für rund 1.200 Menschen. Eine dänische NGO, die von der EU finanziert wird, verteilt Lebensmittel, Hygiene Kits und Kleidung. Die Rechtberaterin Salwa Barlian erklärt:
“Wir haben die Menschen hier in Elliniko registriert, um zu verstehen wie viele Familien hier sind und welche Probleme sie haben.”

Die Flüchtlinge werden nach dieser ersten Einschätzung an andere Organisationen verwiesen, die ihnen mit ihren Asylanträgen helfen können. Viele Menschen warten darauf, dass ihr Fall entschieden wird.

Der Afghane Suheil Sahizada, der vor drei Monaten mit seiner Familie nach Griechenland gekommen ist, geht wieder zurück nach Kabul. Er hatte den Schmugglern 14.000 Dollar gezahlt.
“Wir haben gesehen, wie das Leben in Europa ist. Aber das ist vorbei. Wir müssen gehen. Hier gelten für uns keine Menschenrechte. Wir sind seit drei Monaten hier und es wird sich nichts ändern. Die Migranten müssen die Wahrheit erfahren, um zu wissen, ob ihre Reise nach Europa weitergeht oder nicht,” so Suheil Sahizada.

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