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Labour-Vorsitzender Corbyn: einen vom Zug erzählt

Unternehmer Richard Branson will den Politiker Jeremy Corbyn bei einer Flunkerei erwischt haben. Die Peinlichkeit kommt für den Parteivorsitzenden der britischen Labour-Partei zur Unzeit.

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Da fährt man mit dem Zug und dann das: Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei Jeremy Corbyn musste während der Fahrt auf dem Boden sitzen, die Waggons waren angeblich überfüllt. Per Twitter beschwerte er sich und versprach, im Fall seiner Wiederwahl als Vorsitzender den privatisierten Schienenverkehr wieder in die öffentliche Hand zu holen und damit alles besser zu machen.

Doch die Rechnung hatte er ohne den Betreiber der Zugverbindung gemacht, Unternehmer Richard Branson, eher ein Freund der Konservativen. Der twitterte ebenfalls und will Corbyns Beschwerde per Fotobeweis als glatte Lüge enttarnt haben. Der Zug sei in Wahrheit halb leer gewesen, zumindest aber habe es auf der Fahrt von London nach Newcastle noch mehrere freie Plätze gegeben.

Corbyns Tweet konnte am Dienstagabend nicht mehr aufgerufen werden. Ob gerechtfertig oder nicht: Der Tweet ging für den Altlinken Corbyn nach hinten los. Sein Konkurrent im Rennen um den Parteivorsitz, Owen Smith, dürfte sich die Hände reiben.

Bis zum 21. September können die 650.000 Labour-Parteimitglieder und Sympathisanten per Briefwahl oder online über den neuen Vorsitzenden abstimmen. Am 24. September soll das Ergebnis verkündet werden.