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Trump wählt erste Frau in Spitzenposition: Haley wird Botschafterin bei den UN

Imagekampagne oder sachliche Entscheidung?

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Trump wählt erste Frau in Spitzenposition: Haley wird Botschafterin bei den UN

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Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, soll die nächste US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen werden. Die Personalentscheidung von Donald Trump könnte Teil einer Imagekampagne des künftigen US-Präsidenten sein.

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"Sie wird uns als großartige Anführerin auf der Weltbühne vertreten"

Donald Trump künftiger US-Präsident

Weiblich, tolerant und aus einer indischen Einwandererfamilie: Ob das die Gründe sind, warum Trump Nikki Haley nominierte, darüber wird wohl nur spekuliert werden können. Der Präsident hat ein Imageproblem, nachdem er sich im Wahlkampf nicht nur mit Kommentaren über Immigranten bei Teilen der US-Bevölkerung und im Ausland unbeliebt gemacht hat. Auch seine als sexistisch eingestuften Kommentare und der Umgang mit Hillary Clinton haben sein Image nachhaltig beeinflusst. Eine Frau mit Migrationshintergrund dürfte dem Präsidenten in dieser Situation gelegen kommen, zumal Haley in der Vergangenheit als scharfe Kritikerin Trumps auftrat. Die Nachricht lautet, der neue Präsident bindet auch seine politischen Gegner in die künftigen US-Regierungsgeschäfte ein.

Scharfe Kritikerin

Haley hatte im Vorwahlkampf noch für Trumps innerparteilichen Konkurrenten Marco Rubio geworben, sogar als mögliche Vizepräsidentin war sie zeitweise im Gespräch. Sie kritisierte Trump für seine Haltung gegenüber illegalen Einwanderern und dafür, dass er die Unterstützung seines Wahlkampfes durch den rassistischen Ku Klux Klan abzustreiten. Am Ende hatte sie Trump aber doch gewählt, obwohl sie, so wörtlich, “kein Fan” sei.

Haley selbst gilt als Kämpferin für Toleranz. Sie hatte sich nach tödlichen Angriffen auf Schwarze dafür eingesetzt, dass die Konföderationsflagge vom Kapitol ihres Bundesstaates entfernt wurde. Die Flagge stammt aus der Zeit des Bürgerkriegs und wird heute von vielen als rassistisches Symbol gewertet.

Der US-Senat muss der Nominierung noch zustimmen. Dann folgt die 44-Jährige auf Samantha Power, die seit 2013 Botschafterin bei den Vereinten Nationen ist. Erfahrung in der Welt der Diplomatie kann Haley allerdings kaum vorweisen. Trump rechtfertigte seine Entscheidung mit den Worten, sie habe bewiesen, dass sie Menschen zusammenbringen könne. Der Posten des US-Botschafters bei den UN ist etwas Besonderes, denn die Vereinigten Staaten sind als Vetomacht im Sicherheitsrat in einer Sonderrolle. In den Vereinten Nationen wird Nikki Haley auch auf einen neuen Generalsekretär treffen: Dort übernimmt im Januar der ehemalige portugiesische Ministerpräsident Antonio Guterres das Amt des UN-Generalsekretärs von Ban Ki-moon.