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Preisgekrönter Journalist berichtet aus Aleppo

Euronews telefonierte mit Hadi Abdullah, einem unabhängigen Journalisten aus Syrien, der den Preis der Reporter ohne Grenzen gewonnen hat.

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Preisgekrönter Journalist berichtet aus Aleppo

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Hadi Abdullah ist ein unabhängiger Journalist. Er ist 29 Jahre alt und hat den Preis der Reporter ohne Grenzen gewonnen. Er ist im syrischen West-Aleppo. Dieser Teil wird von der Opposition kontrolliert. Euronews sprach mit ihm.

Er sagte uns: “Die Zivilisten, die Aleppo verließen, weinten, weil sie gezwungen wurden, ihre Stadt unter diesen Bedingungen zu verlassen. Sie sagten, dass die internationale Gemeinschaft ihnen die Wahl ließ zwischen getötet zu werden oder ihre Häuser zu verlassen.

Mir sagte einer, diese zwei Möglichkeiten seien Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ich sprach mit einem Jungen. Er erzählte mir von den Bomben in Ost-Aleppo, von Angst und Tränen.

Eine Frau weinte vor der Kamera. Sie sagte, sie wisse nichts von ihrem Bruder. Ein zweiter Bruder sei als Märtyrer vor einem Monat gestorben.

Ein achter Konvoi hätte heute nachmittag nach West-Aleppo kommen sollen, dorthin, wo ich bin.

Wir waren überrascht, als wir sahen, dass iranische Soldaten und Hisbollah-Milizen eine Barriere aufbauten, damit der Konvoi nicht durchkommt. Und sie schossen in die Luft.

Es gelang mir, mit einem Aktivisten zu sprechen und mit einigen Zivilisten, die dort waren. Sie sagten, die Iraner hätten sie nach Ost-Aleppo zurückgeschickt.

Dass geschah, nachdem zehn Menschen festgenommen worden waren und drei hingerichtet, vor den Augen aller, die im Konvoi waren.

Mehr als 50.000 Menschen sind im belagerten Teil Aleppos. Wenn man objektiv sprechen will, – die Russen wollen diesen Teil evakuieren, aber sie haben keine Kontrolle über das iranische Militär in der Region.

Diese Soldaten wollen nicht, dass die Zivilisten raus kommen. Es herrscht ein Konflikt zwischen den Russen und den Iranern. Die Russen wollen evakuieren, die Iraner nicht.”