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"Crans Montana Forum" schaut auf Afrika im 21. Jahrhundert


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"Crans Montana Forum" schaut auf Afrika im 21. Jahrhundert

Die Themen Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Entwicklung sowie die Rolle der Frau stehen im Zentrum des diesjährigen Crans Montana Forums mit Schwerpunkt Afrika. Politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger sowie Vertreter internationaler Organisationen treffen sich in Dakhla zum internationalen Austausch.

Diese Ausgabe des Forums mit mehr als eintausend Teilnehmer aus der ganzen Welt sowie Vertretern von rund 40 internationalen und regionalen Organisationen stellt Afrika und die Süd-Süd-Kooperation ins Zentrum.

Pierre-Emmanuel Quirin, Präsident “Crans Montana Forum”: “Wir sind hier zusammengekommen, um über Afrika im 21. Jahrhundert nachzudenken, über das beachtliche Potenzial der Süd-Süd-Kooperation. Es geht unter anderem um Lebensmittelsicherheit und nachhaltige Landwirtschaft. Bereiche, in denen Marokko herausragende Strukturen entwickelt hat, die die Entwicklung seiner Regionen fördern und es ermöglichen, gleichberechtigt und auf gegenseitigem Respekt basierend, an der internationalen Zusammenarbeit teilzuhaben.”

Ein Schwerpunktthema, das die Teilnehmer des Forums beschäftigt, ist der Aufbau neuer regionaler Knotenpunkte für die Süd-Süd-Kooperation.

Abubakar Bukola Saraki, Senatspräsident Nigeria: “Elf Prozent des Handels in Afrika findet zwischen afrikanischen Ländern statt. Das ist zu wenig. Unser Ziel muss sein, dieses Volumen erheblich zu steigern. Das ist meine Anliegen und meine Botschaft. Dass Wirtschaftsvertreter und Unternehmer sich fragen: Wie können wir innerhalb Afrikas zu einer treibenden Handelskraft im Vergleich zu Europa oder Amerika werden?”

Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Frage lautet, wie sich das Bewusstsein für nachhaltige Methoden schärfen lässt – insbesondere mit Blick auf die Klimaerwärmung.

Hakima El Haite, Umweltministerium Marokko: “Viele Menschen in Afrika leben in Ländern, die von Hungersnot betroffen sind, was eine Schande ist in diesem Jahrhundert angesichts der Technologien, Innovationen und Lösungen, die von Afrikanern vorgeschlagen werden. Afrika muss das Wasser- und Landwirtschaftsproblem in den Griff bekommen.”

Ein weiteres auf dem Forum behandeltes Thema ist das Schicksal vieler junger Frauen in Afrika – und die Frage, wie sie besser am sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt beteiligt werden können.

Sheikha Hissah Saad Al-Salem Al-Sabah, Präsidentin Rat der Arabischen Unternehmerinnen, Kuwait: “Wir haben über die Probleme, mit denen arabische Frauen konfrontiert sind, gesprochen und festgestellt; dass es für afrikanische Frauen dieselben Probleme sind. Afrikanische Frauen leiden unter Armut, Bildungsmangel und unzureichender gesundheitlicher Versorgung. Wir müssen effiziente Lösungen finden, um die afrikanischen Frauen aus der Situation, in der sie leben zu befreien, ihnen Zugang zu Bildung und Investitionsmöglichkeiten in die Landwirtschaft verschaffen.”

Zu den in diesem Jahr von der Stiftung des Crans-Montana-Forums ausgezeichneten Persönlichkeiten gehört Yayi Bayam Diouf, sie leitet das Frauenkollektiv COFLEC, das im Senegal gegen illegale Auswanderung kämpft.

Yayi Bayam Diouf, Präsidentin, “Collectif des femmes pour la lutte contre la migration clandestine au Sénégal” (COFLEC): “Meine Geschichte begann, als ich meinen einzigen Sohn verlor, der mit einem Boot über das Meer an die spanische Küste wollte, auf der Suche nach einem besseren Leben. Das war für mich der Auslöser, um Aufklärungskampagnen zu organisieren und den jungen Menschen, den Küstenbewohnern die großen Gefahren der Flucht nahezubringen.”

Ähnlich sieht auch die südafrikanische Sängerin Yvonne Chaka Chaka, Gründerin der Stiftung Princess of Africa, die Lage und lanciert folgenden Appell: “Wir sehen, wie sich für unsere Kinder, die ihre Heimatländer verlassen, um nach Europa oder an einen anderen Ort zu gehen, die Türen schließen. Mein Appell lautet: Wenn diese jungen Menschen in Ihre Länder kommen, bitte schließen Sie die Türen nicht. Alles, was sie brauchen, ist die Chance auf ein besseres Leben. Sie verlassen ihre Länder nicht, weil sie das wollen, sondern wegen der Bedingungen vor Ort.”

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