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Weltraumschrott-Abfuhr: Ein neues Geschäftsmodell

Zum Beispiel die italienische Firma D-Orbit:

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Weltraumschrott-Abfuhr: Ein neues Geschäftsmodell

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Ausgediente Satelliten, die weiter um den Erdball kreisen, werden zur Gefahr für die Satelliten, die in Betrieb sind. Claudio Portelli von der Italienischen Raumfahrtbehörde: “Es gab mehrere Explosionen im All, sowohl beabsichtigte als auch unbeabsichtigte, es gab auch Zusammenstöße von Satelliten. Die Unmenge an Weltraummüll, die angesammelt wurde, ist ein Problem.”



Die Firma D-Orbit in der Nähe des Comer Sees arbeitet an Lösungen. Sie installiert ihr System vor dem Start des Satelliten. Nach Ende seiner Lebenszeit steuert dieses ihn entweder zurück in die Erdatmosphäre, wo er verglüht. Oder, wenn der Weg dorthin zu weit ist, lenkt das System ihn auf den sogenannten Friedhofs-Orbit, eine Umlaufbahn mindestens zweihundert Kilometer oberhalb der aktiven Satelliten.

Die gut dreißig Mitarbeiter arbeiten auch an präzisen Steuersystemen für die Satelliten und an Möglichkeiten, deren Lebens- und Funktionszeit zu verlängern. Das Unternehmen finanzierte seine Entwicklungsprojekte mit Hilfe des Horizont 2020-Forschungsprogramms der Europäischen Union.


Europas Raumfahrtstrategie

  • Europa ist ein wichtiger Akteur in der Raumfahrt, hat eine starke, wettbewerbsfähige Industrie in dem Bereich aufgebaut, und seine Weltraumprogramme Copernicus, EGNOS und Galileo bieten Dienstleistungen, die Millionen Menschen nutzen.
  • Die europäische Raumfahrtindustrie schafft Arbeit für mehr als 230.000 Menschen.
  • Tausende Satelliten kreisen im All. Der sogenannte “Rahmen zur Unterstützung der Beobachtung und Verfolgung von Objekten im Weltraum” (Space Surveillance and Tracking support framework) der EU hilft, ihren Weg zu überwachen und das Risiko von Kollisionen einzugrenzen.
  • Doch die Zahl der aktiven Satelliten und der Weltraumschrott nehmen zu, deshalb wird es enger in den Orbits und die Suche nach Abhilfe dringlicher

Nützliche Links


Rund 18.000 Objekte, die im Weltraum kreisen, werden von Radarstationen überwacht. Nur sieben Prozent davon sind aktive Satelliten, der Rest ist Weltraumschrott. Die Lage wird sich noch verschlimmern: Tausende Satelliten sind in Planung, und irgendwann wird es auch im Friedhofs-Orbit eng. Und bislang ist niemand verpflichtet, seinen ausgedienten Satelliten aus der Umlaufbahn zu entfernen.

Vereinte Nationen und EU versuchen, das Problem anzugehen. Portelli: “Die Europäische Weltraumorganisation und die Europäische Union haben Fonds für Forschung und Entwicklung, die sehr wichtig sind, insbesondere, um das Problem des Weltraummülls zu lösen. Und die Industrie kann von diesen profitieren.”



Eine langfristige Lösung könnte eine Art Abschlepper sein, der die ausgedienten Satelliten greift und abtransportiert. Allerdings bislang eine Idee, die hohe Kosten erwarten lässt…

Mehr dazu:
Beispiel Entsorgung von Meteosat-7
Abschleppdienst im All
Interview mit einem Experten für Weltraumschrott und dessen Entsorgung