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In Albanien willkommen: 2400 afghanische Flüchtlinge leben in Hotels

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Von Euronews
In Albanien willkommen: 2400 afghanische Flüchtlinge leben in Hotels
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Tausende Flüchtlinge aus Afghanistan leben derzeit in Hotels in Albanien. Das Balkanland bewies nach der Machtergreifung der Taliban Gastfreundschaft und bot den Menschen Schutz. Seit Monaten warten sie auf die Weiterreise in die USA, ein Leben zwischen Hoffen und Bangen.

Zwischenstopp Albanien

Ein Badeort an der albanischen Adriaküste: Hier haben nach der Machtergreifung der Taliban vergangenen Sommer Tausende Geflüchtete aus Afghanistan Schutz gefunden. Sie gehören der afghanischen Oberschicht an – viele arbeiteten als Lehrende, in der Medienbranche oder als Dolmetscher:innen für die US-Armee. In Afghanistan fürchteten sie um ihr Leben.

"Ich wurde noch nirgends so freundlich aufgenommen wie hier in Albanien", sagt der Afghane Nametullah Tawhidi. "Ich bin vorher schon in Afghanistans Nachbarländer wie Indien oder Pakistan gereist. Aber erst als ich hier ankam, fühlte es sich wie ein Zuhause an.“

Doch in Albanien bleiben wollen sie nicht. Das Balkanland ist für sie ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Nordamerika. Die meisten von ihnen wurden vom US-Militär evakuiert. Albanien erklärte sich bereit, die Menschen als eine Art Transitland vorerst aufzunehmen – auf Bitten der USA. Hier warten sie auf die Bearbeitung ihrer Visa für die Vereinigten Staaten oder Kanada.

Ottawa hat bereits rund 300 Einreisescheine ausgestellt. Die übrigen Flüchtlinge warten noch. "Für die USA mussten wir bereits vor Abreise aus Afghanistan eine Akte anlegen", sagt der Journalist Mustafa. "Ohne diese Papiere ist es schwierig, von Albanien aus einen Antrag zu stellen und zu hoffen, dass die USA uns als Schutzsuchende aufnehmen. Dagegen ist Kanada eine gute Option, die Verfahren sind nicht so langwierig und kompliziert wie die für die USA."

"Ich mache mir Sorgen um meine Familie"

Es gibt keine Garantie, dass alle ein Visum bekommen. Die US-Regierung wollte sich zu nichts verpflichten. Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung der Menschen in Albanien tragen 12 NGOs aus den USA – einige davon waren in Afghanistan ihre Arbeitgeber.

„Meine Familie ist noch immer in Afghanistan", erklärt Mihoissein Walizada, der als Ortskraft der Amerikaner im Sommer fliehen musste. "Ich telefoniere immer wieder mit ihnen, es geht ihnen ganz ok. Aber ich mache mir Sorgen um sie. Ich weiß nicht, was mit ihnen passieren wird. Niemand kann derzeit vorhersagen, wie die Zukunft in Afghanistan aussehen wird.“

Hier in Albanien fühlen sie sich willkommen. Afghanin Najeela berichtet, man habe sie mit offenen Armen aufgenommen: "Die Menschen hier sind gute Leute. Beim Einkaufen zum Beispiel sind sie so nett zu uns, so liebevoll. Sehr nette Leute."

Doch mit jedem Tag wächst die Ungewissheit, ob der Traum von Amerika noch in Erfüllung geht.