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Dubais plastikfreie Zukunft

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Dubais plastikfreie Zukunft
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Vom Verbot von Einwegplastik an einem der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt bis hin zu den Alternativen, die in den Hotels und Restaurants der Stadt benutzt werden. Der Kampf gegen Einweg-Kunststoffe in Dubai. Das ist das Thema dieser Focus-Folge.

Weltweit werden jedes Jahr mehr als 300 Millionen Tonnen Plastik produziert. Plastikabfälle machen einen Großteil der globalen Umweltverschmutzung aus. Dubai macht Fortschritte bei der Bekämpfung dieses Problems.

Dubai verbietet Einwegplastik

Auf dem Internationalen Flughafen von Dubai werden zusammen mit dem zweiten Flughafen, dem Dubai World Central, jährlich fast 90 Millionen Passagiere abgefertigt. Mit ihnen kommen 5.500 Tonnen Plastik.

Das soll sich ändern. Dubais Flughafenbetreiber hat ab Anfang 2020 alle Einweg-Kunststoffe in den Terminals verboten, d.h. Plastikbesteck, Wasserflaschen, Trinkhalme, Verpackungen und Polyethylenbeutel sind aus den Cafés und Restaurants verbannt.

"95 Prozent unserer Partner haben sich verpflichtet, für einige der Produkte, die im Catering und im Einzelhandel auf dem gesamten Flughafen verwendet werden, von Kunststoff auf geeignete Ersatzprodukte umzustellen", sagt Eugene Barry, Executive Vice President Commercial, Dubai Airports.

Aktuell setzen Dubais Flughäfen die erste Phase des Einwegplastik-Verbots um. Die Strategie könnte als Vorlage für andere große Verkehrsknotenpunkte und Unternehmen dienen.

"Einige unserer Partner wie McDonald's, Costa Coffee, Pret à Manger und auch einige lokale Marken wie Tree House und Transee haben bereits Produkte eingeführt, die geeignete und umweltfreundliche Alternativen zu Plastik sind", so Eugene Barry. "Das ist meiner Meinung nach der Anfang eines langen Weges, der Unternehmen umweltfreundlicher werden lässt."

Was sind Alternativen zum Plastik?

Das Verbot von Einwegplastik zwingt die Unternehmen sich umzustellen. Was sind die Alternativen? Dubais rund 700 Hotels mit etwa 120.000 Zimmern gehen bereits neue Wege: Einfache Änderungen wie die Umstellung von Plastik- auf Glaswasserflaschen machen bereits eine großen Unterschied. Auch Plastikschlüsselkarten könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Die Entwickler prüfen die Umstellung auf Holzwerkstoffe.

Euronews-Reporterin Natalie Lindo: "In den vielen Bars und Restaurants in Dubai sieht man noch immer Sachen wie diesen Strohhalm. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen. Er ist nicht aus Plastik."

In der Avani-Fabrik übersteigt die Nachfrage nach Kunststoffalternativen das Angebot: "Der Privatsektor steht mit dem Verzicht von Einwegplastik beim Kampf gegen die Plastikpandemie an vorderster Front. Bis vor ein paar Jahren gab es keine richtigen Lösungen, insbesondere für Plastiktüten. Diese Tüte hier wir aus einer Art Kartoffel hergestellt, aus Maniok. Die Knolle wird mit Pflanzenöl gemischt. Daraus machen wir dann diese Körner. Sie werden in dieser Maschine eingeschmolzen und dann zu einer Folie verarbeitet. Daraus entstehen dann Tüten. Es gibt bereits einige Kunden, die sie benutzen wie z.B. Virgin Megastore. Auch kleinere Unternehmen verwenden diese Art von Tüten. Damit haben wir den Verbrauch von Plastiktüten um mehr als 50 Prozent reduziert. Das ist unser größter Beitrag zum Umweltschutz", so Peter Avram, Geschäftsführer Avani Middle East.

Einstellung der Menschen ändert sich

In Dubai ändert sich die Einstellung gegenüber Einweg-Kunststoffen. 90 Prozent der Menschen bemühen sich, ihren eigenen Verbrauch an Kunststoffabfällen zu reduzieren. Knapp vier von fünf geben an, dass sie heute mehr recyceln als noch vor fünf Jahren. Und einer von vier wird von Unternehmen, die sich für kunststofffreie Initiativen einsetzen, angeregt, mehr zu recyceln.

Lokale Unternehmen akzeptieren, dass die Umstellung Kosten verursacht. Für viele ist die weitere Kunststoff-Verwendung keine Option mehr. Zu ihnen gehört Restaurantbesitzer Tom Arnel. Gründer von Common Grounds: "Als Vater von drei Kindern gehe ich mit meiner Familie oft an den Strand. Es ist einfach verrückt, wie viel Plastik sich im Sand und in unseren Ozeanen ansammelt. Unser Einfluss auf die Umwelt ist enorm. Wir bedienen Tausende von Kunden pro Woche. Jede Kleinigkeit, die wir tun, hilft die Situation zu verbessern. Man muss nur seine Hausaufgaben machen, den Einsatz von Einwegplastik überprüfen. Alle unsere Plastikbecher, die Plastikschüsseln und -teller zum Mitnehmen sowie das Besteck. Das haben wir durch umweltfreundliche Alternativen ersetzt. Wir bekamen sehr positive Rückmeldungen von unseren Kunden. Wenn also jeder seinen Beitrag leistet und sich der Auswirkungen bewusst ist, sollten wir in der Lage sein, gemeinsam etwas zu ändern."

Die Botschaft ist einfach: Die Abkehr von Einwegplastik funktioniert nur, wenn alle zusammen daran arbeiten. Und Dubai will dabei ein Vorbild sein.