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Trotz Hungerstreik: Norwegen schickt Asylsuchende zurück nach Russland

Per Fahrrad kamen sie über die Grenze nach Norwegen - jetzt wollen die Behörden Flüchtlinge zurück nach Russland schicken.

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Trotz Hungerstreik: Norwegen schickt Asylsuchende zurück nach Russland

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Norwegen hat begonnen Asylsuchende, die über die russische Grenze ins Land einreisen, zurück nach Russland zu schicken.

Meinung

Auf der anderen Seite der Grenze hilft uns keiner!

Weil man sie aus Russland einreisen ließ, sollen sie nun per Bus zurück nach Murmansk gebracht werden. Menschenrechtler kritisierten die geplanten Abschiebungen – Russland sei kein sicheres Land für Flüchtlinge hieß es in einem Brief an die Vereinten Nationen.

Moskau soll eingewilligt haben, Personen mit Visum für Russland wieder aufzunehmen.

Laut norwegischen Medien sind rund 30 Flüchtlinge in einem Notlager in Kirkenes in einen Hungerstreik getreten, um gegen die bevorstehende Ausweisung zu protestieren.

Dalia Asaad aus Syrien ist verzweifelt: “Warum Russland? Ich will wissen warum nach Russland?”, fragt sie.

“Wir haben kein Geld, wissen nicht wohin. Wir sprechen kein Russisch und auf der anderen Seite der Grenze hilft uns keiner”, meint Ramu Haddad aus Jordanien.

Rund 5500 zumeist syrische Flüchtlinge sind seit Juli 2015 über die Arktis nach Norwegen eingereist. Ihre Route führt von Moskau in den hohen Norden über Murmansk und Nikel ins norwegische Kirkenes.

Ohne Schengen-Visum dürfen Flüchtlinge weder Taxis noch öffentliche Verkehrsmittel nehmen. Auch zu Fuß ist das Überqueren der Grenze verboten. Die meisten weichen daher auf Fahrräder aus – und das trotz eisiger Temperaturen…