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WHO: Europa hat höchste Selbstmordrate


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WHO: Europa hat höchste Selbstmordrate

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Für die Weltgesundheitsorganisation ist es ein großer Erfolg: Etwa die Hälfte aller Todesfälle weltweit wird nun mit Ursache erfasst. Das geht aus dem Welt-Gesundheitsbereicht 2017 hervor.

Von den etwa 56 Millionen Menschen, die 2015 starben, kennen die WHO-Experten bei 27 Millionen von ihnen die Todesursache. Zum Vergleich: 2005 war es nur ein Drittel.

Der WHO zufolge haben mehrere Staaten erfolgreiche Schritte unternommen, um die Datenerfassung zu verbessern. Besonders gelobt werden China, die Türkei und der Iran. Dort werden nun 90% der Ursachen aufgezeichnet – 1999 waren es nur 5%.

Bessere Datenerfassung

Warum ist das ein Erfolg, mag man sich fragen. “Wenn Staaten nicht wissen, warum ihre Bevölkerung krank wird und stirbt, dann ist es viel schwieriger, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen,” sagt Dr. Marie-Paule Kieny, stellvertretende Generaldirektorin der WHO.

Sie untersucht, welche Fortschritte die Weltgemeinschaft macht, um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. 21 Punkte von ihnen beziehen sich auf Gesundheit, wie auf Impfungen.

Fortschritte in Krisenregionen

Laut WHO-Bericht steht das internationale Gesundheitssystem zwar weiter vor vielen Herausforderungen, doch hat sich die Lage gerade in vielen Problemregionen verbessert.

So gingen Malaria-Erkrankungen 2015 im Vergleich zum Jahr 2000 um 41 Prozent zurück. Rund 60 Prozent der stark gefährdeten Bevölkerung in Afrika hatte Zugang zu ärztlicher Versorgung – 2010 lag der Wert noch bei 34 Prozent.

Zehn wichtige Grund-Versorgungen haben sich deutlich verbessert. Dazu zählt die Impfung von deutlich mehr Kindern weltweit gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten.

Europa: Höchste Selbstmordrate

2015 nahmen sich fast 800.000 Menschen das Leben. In Europa ist die Selbstmordrate am höchsten. Hier kommen rund 14 Selbstmorde auf 100.000 Menschen. Deutschland lag mit rund 13, die Schweiz mit rund 15 und Österreich mit rund 16 Toten im Mittelfeld.
Die meisten Selbstmorde in Europa werden in Litauen, Kasachstan und Weißrussland begangen.

Im östlichen Mittelmeerraum gibt es die wenigsten Selbstmorde. In Aserbaidschan sind es rund 3, in Tadschikistan und Albanien 4 von 100.000 Einwohnern, die sich das Leben nehmen.

Herausforderungen im Gesundheitswesen

Laut Welt-Gesundheitsbericht kamen rund 1,25 Millionen Menschen durch Verkehrsunfälle ums Leben, 50 Millionen verletzten sich.

Rund 152 000 Menschen kamen 2015 durch Kriege und Konflikte ums Leben, zwei Drittel in Syrien und im Irak. Nicht berücksichtigt sind Menschen, die an Folgen des Krieges sterben: Hungersnöte, Ausbreitung von Krankheiten, Zusammenbruch von Gesundheitssystemen.

Rund 40 Millionen Menschen starben an nicht übertragbaren Krankheiten. Die größten Killer waren: Herzkreislauferkrankungen mit 17,7 Millionen Todesfällen, Krebs (8,8 Millionen), chronische Atemwegserkrankungen (3,9 Millionen) und Diabetes (1,6 Millionen).

Rund 468 000 Menschen wurden 2015 umgebracht, vier Fünftel davon Männer. Die Rate pro 100 000 Einwohner lag 19 Prozent unter der des Jahres 2000. Die meisten Morde geschahen in Südamerika.

Etwa 23 Prozent aller Menschen haben als Kind Missbrauch erlebt, und 35 Prozent der Frauen erleben irgendwann im Leben Gewalt.

Rund 1,1 Milliarden Menschen konsumierten 2015 Tabakprodukte. Die Anti-Tabak-Konvention der WHO mit Maßnahmen gegen das Rauchen haben 180 Länder mit 90 Prozent der Weltbevölkerung ratifiziert.

Rund 90 Prozent der Weltbevölkerung lebten in Regionen, die die WHO-Richtlinien für Luftqualität nicht erfüllen. 2012 starben drei Millionen Menschen durch schlechte Luft.

Die Region Europa – vor allem der Osten – hat die höchste Rate an Tuberkulose-Patienten, bei denen die gängigen Medikamente nicht mehr wirken. Weltweit wurden 10,4 Millionen neue Fälle gemeldet und 1,4
Millionen Menschen starben an TB.

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