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"Alles ist teurer geworden": Proteste gegen hohe Energiepreise in Spanien

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Von Euronews  mit dpa
"Alles ist teurer geworden": Proteste gegen hohe Energiepreise in Spanien
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Es begann mit einem Protest kleiner Transportunternehmen gegen die angestiegenen Dieselpreise in Spanien. Doch relativ schnell wurde daraus ein größerer Streik, dem sich immer mehr Lkw-Fahrer anschlossen.

Aufgerufen zu der Aktion hat eine Plattform der Warentransporteure, die nur einen kleinen Teil des spanischen Transportwesens vertritt. Aber einige der Akteure gehen Medienberichten zufolge recht rabiat vor, blockieren Zugänge zu Betrieben und Großhandelslagern, zerstechen Reifen und werfen Steine auf Lastwagen, die sich nicht an den Protesten beteiligen.

Carlos Lujan/AP
Lastwagenfahrerstreik in Torrejon de Ardoz, außerhalb von MadridCarlos Lujan/AP

Der Vorsitzende dieser Plattformerklärt, dass man aufgehört habe zu arbeiten, "weil wir nicht weiter Geld verlieren können. Es kommt bereits zu Versorgungsengpässen. Unternehmen sind teils gezwungen, zu schließen, weil sie keine Vorräte mehr haben. Das sind die Auswirkungen dieses Streiks."

Viele Menschen in Spanien leiden unter den Folgen der Inflation, die mit den steigenden Energiepreisen zusammenhängt und sich nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine verschlimmert hat. Manche Lieferketten sind wegen des Streiks bereits unterbrochen, in den Supermärkten werden frische Produkte knapp.

Jesús Anchuelo baut Getreide an. Landwirte wie er leiden unter den Folgen des Streiks, können die Proteste teils aber auch verstehen.

"Das ist ein Problem, das jetzt die ganze Gesellschaft und alle Sektoren betrifft. Doch wir Landwirte und Viehzüchter leider darunter schon seit Monaten. Durch den Krieg in der Ukraine hat es sich noch verschlimmert. Für einige von uns wird die Situation dramatisch. Die Futter-, Energie- und Benzinpreise sind in die Höhe geschnellt. Alles, was für die Produktion gebraucht wird, ist teurer geworden."

150.000 Landwirte nahmen an Protesten in Madrid teil, sie fordern Lösungen für den Agrarsektor. Die Inflation in Spanien liegt derzeit bei 7,6 Prozent.

Die spanische Regierung hat zugesagt, Maßnahmen zur Senkung der Energie- und Benzinpreise zu ergreifen. Man wird die Pläne aber erst am 29. März vorstellen, wenn Ministerpräsident Pedro Sanchez seine Europareise fortsetzt, um für eine gemeinsame Antwort der EU auf die steigenden Energiepreise zu werben. Doch für die Tausenden Menschen, die sich hier versammelt haben, kommt die Antwort der Regierung zu spät.