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Dubai - eine Stadt mit Umweltbewusstsein

Dubai - eine Stadt mit Umweltbewusstsein
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In einer Stadt, die mehr für ihre Wolkenkratzer als für ihr Umweltbewusstsein bekannt ist, gibt es eine geschäftige Gemeinschaft von Familien und kleinen Unternehmen, die eine nachhaltige Lebensweise verfolgen. Eine Wüstenutopie, die im Hinterland von Dubai gedeiht.

Weniger als 25 Kilometer vom Stadtzentrum Dubais entfernt, ist das Öko-Experiment "The Sustainable City" entstanden. Laut dem Direktor der gemeinnützigen Denkfabrik SEE INSTITUE Karim El-Jisr ist das erste Nullenergie-Projekt der Vereinigten Arabischen Emirate entstanden:

"Die Idee für die 'Sustainable City' entstand in der Zeit der globalen Finanzkrise vor zehn Jahren, als wir erkannten, dass wir ein Modell entwickeln mussten, das gleichzeitig ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist."

In der Wüstenoase entstand ein florierendes Zentrum für gleich gesinnte Familien und kleine Unternehmen. Ola Sinno, Mitbesitzerin "Spill The Bean"-Café: "Wir versuchen, so umweltfreundlich wie möglich zu sein, dafür konnten wir kein besseres Zuhause für uns finden als die 'Sustainable City'. Wir backen je nach Bedarf nur kleine Mengen von allem, unser Angebot ist immer frisch und wir verschwenden nichts. Auch unser Obst und Gemüse beziehen wir von lokalen Erzeugern in den Mengen, dass wir nichts wegschmeißen müssen."

Nullenergie-Projekt in der Wüste

Rund 3000 Einwohner leben in 500 Stadtvillen und 89 Wohnungen. Die Wohnhäuser, Geschäfte und Parkplätze sind mit Solarkollektoren ausgestattet.

Euronews-Reporterin Rebecca McLaughlin-Eastham: "Die Gemeinschaft dieser nachhaltigen Stadt verbraucht nicht mehr Energie, als sie erzeugt - ein internationales Modell für hochwertiges, nachhaltiges Wohnen."

Im Entwicklungsplan Dubais für die nächsten 50 Jahre ist festgelegt, dass zehn Prozent der Haushalte in Bezug auf Wasser, Nahrung und Energie autark sein sollen. Ivano Iannelli, Geschäftsführer des Dubai Carbon Centre of Excellence: "Ein Punkt dieser Charta für die nächsten 50 Jahre ist der Bau von Nullenergie-Häusern, wir prüfen gerade die Nachrüstung der Villen der ersten Bauphase."

Und Stefanie Schachtschabel, Gründerin Globally Connected Companies": "Meiner Meinung nach nimmt Dubais Regierung ihre Rolle in Sachen Nachhaltigkeit sehr ernst: Es ist nicht nur ein Marketingziel, über das man spricht, man investiert Geld, um zu einem nachhaltigen Reiseziel zu werden."

Entwicklungsplan für die nächsten 50 Jahre

Ein Teil dieser Investition entfällt auf 500 Kilometer Radwege, die bis 2022 gebaut werden sollen. Die Hälfte ist bereits fertiggestellt, wie diese beliebte Teilstrecke in Al Qudra.

Engländer Miles: "Es ist toll, morgens hier die Sonne aufgehen zu sehen, wenn man hier entlangradelt."

Alex: "Wir haben das Glück, dass wir die Strecke hier in Al Qudra haben. Ich wohne hier und habe meine Trainingsstrecke vor der Haustür, das macht es einfach."

Und der Belgier Henry: "Wenn man hierher kommt und 140 Kilometer Radweg vor sich hat, keine Autos, nur für Fahrräder, das ist einfach toll, das sind einzigartige Bedingungen. Das findet man in Europa nicht."

Unmengen kreativer Projekte

Kreative, nachhaltige Projekte und Unternehmen gibt es überall. Die Designerin Alana Sorokin verwendet zum Beispiel recycelten Plastikmüll aus dem Meer in ihrem Bademoden-Label "Joseph und Alexander":

"Nachhaltige Mode ist der Schlüssel, um unseren Planeten zu schützen und die Botschaften über Nachhaltigkeit und natürlich Kunststoffverschmutzung zu verbreiten."

Stefanie Schachtschabel meint: _"Wir sind jetzt hier am Dubai Creek, aber vor nicht allzu langer Zeit lebten die Menschen hier in der Wüste, Nachhaltigkeit ist also in der DNA der Einwohner der VAE verankert.
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Umweltschutz auf der Expo 2020

Im nächsten Jahr werden auf der Expo 2020 Themen wie Nachhaltigkeit, Chancen und Mobilität im Mittelpunkt stehen. Ein Teil der Mission ist, die Abfallmenge um 85 Prozent zu reduzieren, zu recyceln und wiederzuverwenden:

Karim El-Jisr: _"Wir meinen, dass es nicht bei einer nachhaltigen Stadt bleiben kann. Wenn wir keine weiteren 1000 nachhaltigen Städte bauen, wird es keine Auswirkung auf den Planeten geben. Das wahre Maß für unseren Erfolg ist nicht das, was man hier sieht, sondern, dass andere folgen und wir mehr davon bauen."
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Aber wann beginnt die Zukunft mit NullenergieHäusern und Elektroautos für die breite Masse?

"Jetzt. Jetzt ist die Zeit. Es gibt Vorteile für jeden, der damit anfängt. Ich zum Beispiel liebe es, mein Auto am Wochenende im überfüllten Einkaufszentrum zu parken, während andere nach einem Parkplatz suchen. Und ich lache mir immer ins Fäustchen, wenn ich mitten im Sommer für mein solarbetriebenes Haus, mein Smart Home, eine Rechnung erhalte, die nicht die Hälfte, sondern nur ein Zehntel von der meines Nachbarn beträgt", sagt Ivano Iannelli.