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Dubai - Zentrum für Künstliche Intelligenz

Dubai - Zentrum für Künstliche Intelligenz
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Wie nutzt man Künstliche Intelligenz, um unser Leben zu verbessern? Welche Umwälzungen stehen uns bevor und in welchen Bereichen sollte man vorsichtig vorgehen? Nach Antworten auf diese Fragen sucht man in Dubai, einem Zentrum für die Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenz.

"Künstliche Intelligenz bestimmt bereits unseren Alltag, sei es beim Stöbern in Social Media Feeds oder wie man sich durch eine Stadt bewegt. Kommende Innovationen werden uns vorkommen wie wahr gewordene Science Fiction", meint euronews-Reporter James O'Hagan. Er hat in Dubai den diesjährigen 'AI Everything'- Gipfel besucht.

Omar bin Sultan Al Olama ist Staatsminister für künstliche Intelligenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten: "Es ist die größte Veranstaltung über Künstliche Intelligenz in der Region, es gibt mehr als 20.000 Besucher. Jeder kann mit uns diskutieren, wie die Zukunft dieser Technologie aussehen sollte - und wie nicht.

Für den ersten KI-Minister der Welt spielt die Regelung der neuen Technologie eine große Rolle: "Es ist von größter Bedeutung, Verständnis für die Künstliche Intelligenz bei offiziellen Stellen zu schaffen, wenn man Teil der Städte oder Länder sein will, die diese Revolution anführen. Meiner Meinung nach werden besonders bestimmte Bereiche von KI profitieren zum Beispiel die Diagnostik. Es ist extrem wichtig, Krankheiten zuverlässig diagnostizieren zu können. Ärzte werden ihre Patienten heilen können, es geht um die soziale Bindung."

Das Gesundheitswesen steht kurz vor einer KI-Revolution

"KI wird im Bereich des Gesundheitswesens für dramatische Veränderungen sorgen", meint Lord Timothy Clement-Jones, Sprecher des digitalen Wirtschaftsausschusses der britischen House of Lords. "Hier in Dubai gab es auf dem 'World Government Summit' eine wundervolle Ausstellung, die erklärte, welche Veränderungen KI bewirken und wie sich KI dank neuer Technologien auf die Lebenserwartung von Menschen bis 2090 auswirken wird. Und man kennt beispielsweise bereits das Potenzial von KI im Bereich der Diagnostik und Behandlung."

Dr. Goh Eng Lim von Hewlett Packard Enterprises kann bereits von einer Anwendung berichten: "Einer unserer Kunden war ein städtisches Krankenhaus in einem Ort mit hoher Tuberkulosequote. Man wollte einen großen Teil der Bevölkerung röntgen. Wir brachten dem neuronalen Netzwerk bei, TB auf Röntgenbildern zu erkennen. Mit dem Erfolg, dass man jetzt beim Röntgen einer Person sofort innerhalb weniger Sekunden sagen kann, dass sie gesund ist. Man muss noch zwei Wochen warten, bis der Arzt das Ergebnis bestätigt, aber bisher lag die Maschine mit ihrer Diagnose nicht falsch."

KI erweitert unsere Fähigkeiten, sie hilft einem, seine Arbeit zu erledigen, sie nimmt sie einem nicht weg.
Lord Timothy Clement-Jones
britischer Politiker

Werden durch KI Arbeitsplätze vernichtet?

Existenzielle Sorgen um die Zukunft der Arbeit gäbe es sicher, meint Lord Clement-Jones, aber: "Man muss den Menschen die Zuversicht geben, dass es Umschulungsmöglichkeiten gibt sowie staatliche Ressourcen, die dabei helfen, einen neuen Lebensweg einzuschlagen. Und ich persönlich glaube nicht, dass Menschen durch KI ersetzt werden. Ich glaube, KI erweitert unsere Fähigkeiten, d.h. sie hilft einem, seine Arbeit zu erledigen, sie nimmt sie einem nicht weg."

Und Kevin Dallas von Microsoft sagt: "Manche haben diese Einstellung Mensch gegen Maschine. Aber diese Ansicht stimmt nicht. Man sollte bedenken, dass wir als Menschen einzigartige Fähigkeiten haben, wir haben Gaben wie Kreativität, Fantasie, Emotionen. Das sind Fähigkeiten, die Maschinen nie haben werden. Die Frage ist, wie man diese einzigartigen menschlichen Talente mit den Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz verbindet, um der Gesellschaft Nutzen zu bringen."

Ethischer Rahmen und gemeinsame Maßstäbe

Voraussetzung für KI sind riesige Datenmengen. Aber wie schützt man die Privatsphäre angesichts häufiger Skandale in den Schlagzeilen über Missbrauch, Hacking und die Weitergabe persönlicher Daten. Welche ethischen Grundsätze sollte es geben?

Wenn wir als Menschheit also in der Lage sein wollen, die wirklichen Vorteile der KI zu erkennen, müssen wir das offen und kooperativ tun, um sicherzustellen, dass wir gemeinsame Datenstandards, gemeinsame Datenschutzgesetze und gemeinsame Maßstäbe haben werden", meint Dr. Noah Radford von der Dubai Future Foundation.

Und für Lord Clement-Jones ist ein weiterer Punkt wichtig: "Für mich besteht die absolute Priorität darin, jetzt an einem ethischen Rahmen zu arbeiten, sei es national, aber der vor allem international sein muss. Und ich hoffe, dass beim G20-Treffen in Osaka tatsächlich mehr als nur Data Governance auf der Tagesordnung steht, dass man in den Bereich der ethischen Rahmenbedingungen für KI einsteigen wird. Das wäre meiner Meinung nach ein großer internationaler Vorteil, da das gleiche Wettbewerbsbedingungen für die Entwicklung von KI schaffen würde."

In Bezug auf die Ethik ist der Vorschlag von Dr. Goh Eng Lim "dass wir zuerst einmal die Unterschiede verstehen, wie ein Mensch denkt oder eine Entscheidung trifft und wie eine Maschine eine Entscheidung trifft. Eine Maschine wird, je intelligenter sie wird, immer mehr richtige Entscheidungen für uns treffen. Aber es muss immer noch uns Menschen geben, um sicherzustellen, dass es auch die richtige Entscheidung ist, denn was korrekt ist, ist vielleicht nicht immer richtig."