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Dubai setzt auf Nachhaltigkeit und Abfallreduzierung

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Dubai setzt auf Nachhaltigkeit und Abfallreduzierung
Copyright  euronews   -   Credit: Dubai Tourism
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Immer mehr Menschen sorgen sich um Nachhaltigkeit und Ernährungssicherheit, das Bewusstsein dafür wächst, Verhalten ändert sich: von vertikaler Landwirtschaft über Restaurants bis hin wie wir selbst als Verbraucher Lebensmittel kaufen. Dubai hat sich verpflichtet, die Transportwege für Nahrungsmittel zu reduzieren.

Abfallreduzierung und Nachhaltigkeit liegen im Trend

Die Emirates Bio Farm ist die größte private Bio-Obst- und Gemüsefarm in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Beim jährlichen Festival werden Besucher über Nachhaltigkeit und Abfallreduzierung aufgeklärt: wachsende Trends in den vergangenen Jahren. Aktuell steht die Ernährungssicherheit im Mittelpunkt. Immer mehr Menschen achten auf kurze Transportwege der konsumierten Lebensmittel:

"Das 'vom Erzeuger zum Verbraucher'-Konzept wird immer beliebter", sagt Yazen Al Kodmani, Betriebsleiter Emirates Bio Farm. "Dahinter steckt die Idee, dass man das zum Kochen nutzt, was saisonal verfügbar ist. Wenn man das tut, isst man frische Sachen sowie nahrhafte Lebensmittel. Und man reduziert seinen CO2-Fußabdruck, da die Lebensmittel, die man verbraucht, nicht Tausende Kilometer transportiert wurden."

Die Menschen wollen nicht nur das Hoffest genießen. Sie wollen sich auch informieren. Denn immer mehr interessieren sich dafür, wo die Lebensmittel, die sie konsumieren, herkommen und - was noch wichtiger ist, was darin enthalten ist.

"Wir sind schon ein bisschen herumgelaufen, haben einige Gewächshäuser und Produkte gesehen. Es ist schon erstaunlich, man glaubt nicht, dass diese Sachen in der Wüste überleben, es ist eine wirklich schöne Einrichtung", meint ein Besucher.

Ein Anderer sagt: "Was mich überrascht hat, waren die klimatischen Bedingungen und die Qualität des hier verwendeten Wassers sowie wie man die Pflanzen vor Schädlingen schützt."

Und ein junges Mädchen meint: "Die meisten Kinder unter 15 Jahren glauben, dass Nachhaltigkeit und die Umwelt die wichtigsten Themen für unseren Planeten sind. Es ist wichtig, sich dafür zu engagieren."

Bisher werden viele Lebensmittel importiert

In den Staaten des Golf-Kooperationsrates (GCC) beträgt der Anteil an Ackerland nur 1 Prozent der Gesamtfläche. Landwirtschaft und Bewässerung verbrauchen mehr als 50 Prozent des zur Verfügung stehenden Wassers. Und derzeit werden in diesen Staaten 90 Prozent der Nahrungsmittel importiert.

In Madinat Jumeriah gibt es ein neues Festival für nachhaltige Lebensmittel, das Verbraucher informieren und aufklären will:

"Die Menschen interessiert es nicht mehr, woher ihr Essen kommt. Wenn ich mir eine Tomate anschaue, weiß ich nicht, woher sie kommt. Das wollen wir ändern", so Hemant Julka, Mitbegründer VeggiTech. "Wir haben eine Technologie, eine Software entwickelt, die einen QR-Code erzeugt. Mittels des QR-Codes bekommen sie einen Link. Klickt man ihn an, bekommt man alle Informationen über die Pflanze., hier zum Beispiel eine Paprika, und hier wird das Datum angezeigt, an dem sie ausgesät wurde. Hier wird Ihnen gezeigt, dass wir mehr als 760 Kilogramm Erntegut eingefahren haben, das ist der gesamte Input vom Hof, alle Arbeitsstunden und die Maschinen, und wenn Sie weiter nach unten scrollen, sehen Sie tatsächlich das Feld, von dem geerntet wurde."

Technologie und Nachhaltigkeit wird immer wichtiger für Produzenten und Käufer - und natürlich auch für die Regierung:

"Wenn man sich die Definition von Ernährungssicherheit ansieht, dann geht es darum, wie man den Bürgern eines Landes den Zugang zu sicheren, ausreichenden, nahrhaften und erschwinglichen Nahrungsmitteln zu jeder Zeit ermöglicht", sagt Mariam Hareb Almheiri, VAE-Staatsministerin für Ernährungssicherheit. "Gemüse und Fisch gehören zu den Lebensmitteln, für die es jetzt die Technologie gibt, um sie in den Vereinigten Arabischen Emiraten nachhaltig und wirtschaftlich anzubauen."

Das Verbaucherverhalten ändert sich

Auch in vielen Restaurants in Dubai wächst das Interesse, erschwingliche und nachhaltige Lebensmittel zu verwenden. Steven Holloway, Betriebsleiter, Sarood Hospitality sagt: _"Allein dieses Element der Rückverfolgbarkeit macht die Menschen neugierig. Sie wollen wissen, woher die Produkte stammen, welche Zutaten wir für welche Gerichte verwenden. Viele sind erstmal überrascht, d_ass lokale Produkte eine solche Qualität haben können. Und jetzt mit den neuen Technologien wie vertikaler Landwirtschaft, dieser frische Wind begeistert die Kunden.

In Dubais internationalem Finanzzentrum wird gehobene Küche großgeschrieben: Auf der Speisekarte des BOCA findet man einen hohen Anteil an lokalen Produkten:

"80 bis 90 Prozent in Bezug auf Gemüse und Meeresfrüchte - denn ich sage immer, wenn es gut ist, ist es lokal - daraus kann ich etwas machen", so Matthijs Stinnissen, Chefkoch BOCA DIFC. "Es gibt hier tatsächlich immer mehr Bauernhöfe und tolle Meeresfrüchte. Die Leute vergessen leicht, dass es hier Hunderte Kilometer Küste gibt mit tollen Meeresfrüchten. Es hängt nur davon ab, was man damit macht, genauso wie mit dem Gemüse."

Bei dem achtgängigen Menü wird aufgrund der Verwendung lokaler und saisonaler Produkte die Verschwendung von Lebensmitteln reduziert.